s&bt Magazin - Ausgabe 6/2012 - page 48-49

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seilbahn & business Tourismus
6/2012
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seilbahn & business Tourismus
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INTERVIEW
franz Kranebitter
Von Susanne D. Gregori
Die Familie Kranebitter ist Ge-
sellschafter der Zeller Berg-
bahnen und somit war auch
Franz Kranebitter, der vom Wer-
degang her Bauingenieur ist,
die letzten 12 Jahre als Verwal-
tungsratsvorsitzender einge-
bunden. In dieser Funktion hat
er schon immer sehr eng mit
dem ehemaligen Geschäftsfüh-
rer Dieter Grepl zusammenge-
arbeitet. Bei der Nordkette in
Innsbruck war er bereits direkt
im Seilbahnwesen als Prokurist
tätig und als Grepl sich in den
Ruhestand verabschiedet hat,
wurde sozusagen durch einen
Ämtertausch eine neue Lösung
für die Führung des Zeller Un-
ternehmens gefunden.
„Eine vielfältige Herausforde-
rung, die mir sehr viel Spaß
macht“, so beschreibt Krane-
bitter seine neue Aufgabe, der
er sich nun voll und ganz wid-
met. „Viel ist im Bereich der
Infrastruktur geschehen in den
letzten Jahren, wir brauchen
uns wirklich nicht mehr zu ver-
stecken, aber es gibt immer
noch genug zu tun. Für den
Gast ist die Infrastruktur aber
nicht das Einzige, was zählt. Wir
müssen immer mehr in Rich-
tung Gesamterlebnis gehen.“
Zu den Neuerungen (siehe auch
Bericht Seite 130) erzählt uns
Kranebitter einige Details, von
der Abrundung des Gesamt-
pakets und der Erlebnisecke
Kreuzwiese, die bewusst für
ein breites Publikum angelegt
ist. „Die Positionierung der Zil-
lertal Arena ist ganz klar auf
die Familie ausgerichtet. Der
Gast soll bei uns schon ent-
sprechend begrüßt werden, im
Gebiet Erlebnisse haben, die er
während dem Aufenthalt ge-
nießt, aber dann auch mit nach
Hause nehmen kann. Mit dem
Skiline Service, in den wir heu-
er auch als erste Bergbahn HD
Panoramakameras einbinden,
kostenlosen WLAN Hotspots
und vielem mehr, bieten wir
dem Gast ein breites Spektrum
an Möglichkeiten, eine Art Ur-
laubstagebuch zu erstellen.
Ganz neu ist diesen Winter
auch der „White Carpet“; den
Genuss, eine frisch präparierte
Piste hinunter zu fahren, wol-
len wir damit auch den Gästen
zugänglich machen, die nicht
zu den Frühaufstehern gehö-
ren, und das Ganze wird dann
auch dementsprechend mit
einer Eröffnungszeremonie in-
szeniert.
Bewährte Highlights wie „Stroh
Juchhee“, das verrückte Horn-
schlittenrennen und das Free-
style Event „Gloryfy Bastards“
wird es natürlich auch wieder
geben, wobei wir aber sehr
darauf achten, dass solche
Veranstaltungen nicht nur ein
Abklatsch der Vorsaison sind,
sondern vom Ablauf her immer
etwas Abwechslung geboten
wird.“
Freundlichkeit, Service und
auftritt
„Wir setzen verstärkt auf
Freundlichkeit und Service und
in diesem Zusammenhang sind
wir sehr glücklich mit dem neu-
en Talstationsgebäude, obwohl
es am Anfang durchaus Beden-
ken gegeben hat im Bezug auf
den offenen Kassenbereich.
Der Kontakt zum Gast ist dabei
viel direkter, die Kassenmitar-
beiter sitzen ja nicht hinter ei-
ner Glasscheibe, aber mittler-
weile ist gerade das ein Vorteil.
Man hat als Bergbahn ja sonst
kaum die Gelegenheit mit dem
Gast in direkten Kontakt zu
treten. Wir müssen aber auch
in diesem Bereich ansetzen,
um das Gesamterlebnis zu ver-
bessern. Der gemeinsame Auf-
tritt in der Zillertal Arena nach
außen hin ist ebenso wichtig,
nicht immer leicht, und da ist
auch noch viel zu tun. Wir müs-
sen die Marke pflegen, und wir
lassen uns da durchaus auch
von externen Beratern auf die
Fakten hinweisen, was alles
noch nicht so optimal läuft
im Erscheinungsbild für den
Gast. Es muss ein Wiedererken-
nungswert vorhanden, und die
Qualität durchgehend gegeben
sein, und da gehören immer
wieder neue Akzente gesetzt.
Am 1. Dezember geht’s los und
ich bin guter Dinge, dass wir
mit allen getroffenen Maßnah-
men eine erfolgreiche Saison
haben werden.“
Franz Kranebitter hat verstan-
den, wo die Reise hin gehen
sollte. Mit modernen Seilbahn-
anlagen allein, gewinnt man
eben keine Gäste mehr.
Von Theresa Hönigsberger
Wie lange sind Sie schon Busi-
ness Coach?
Als 2000 unsere Tochter An-
tonia zur Welt kam, musste ich
mich entscheiden zwischen
Festanstellung in einem interna-
tionalen Pharmakonzern – Deut-
scher Sitz in München oder Fa-
milie in Tux. Die Entscheidung ist
für die Familie gefallen und ich
habe die Ausbildung zum zertifi-
zierten Life und Business Coach
absolviert.
Sie haben sich mit Ihrem Ehe-
mann Roman Erler auf Teamtrai-
ning und Typologie (nach Prof.
Dr. Belbin) spezialisiert?
Das ist eine ideale Verbindung
zwischen Aktivität in der Natur
und dem Beobachtungsstatus
durch mich zur Bestimmung der
Typologie.
Warum ist die Typologie so
wichtig?
Wenn ich einzelne Mitarbeiter
zuordnen kann, zum Beispiel in
den Machertyp, den Koordinator,
den Erfinder..... kann ich besser
herausarbeiten wo die Probleme
im Team liegen.
Eine Führungskraft ist immer
daran interessiert engagierte
und kompetente Mitarbeiter in
der Firma zu halten, auch wenn
sie sich nicht immer gerade mö-
gen.
Wenn es zwischen zwei Top Mitar-
beitern immer wieder zu Macht-
kämpfen und
Intrigen kommt.
Wie ist die Vorgangsweise?
In der REGEL wird die Führungs-
kraft beide Mitarbeiter fragen
ob sie im Unternehmen bleiben
wollen, gewillt sind sich zu än-
dern und einen Coach als Hilfe-
stellung anbieten.
Was würden Sie als Business
Coach tun?
Ich würde versuchen in Gesprä-
chen herauszufinden wie es
zur Problematik zwischen den
Mitarbeitern gekommen ist und
verschiedene Trainings anbieten
um zu einer Lösung zu gelangen.
Beispiel: Systemisches Denken
oder Empathie.
Wenn es nun sehr schnell - im
Business Bereich soll ja alles
immer sehr schnell gehen - zu
einer Lösung des Problems kom-
men soll?
Dann frage ich die Mitarbeiter
ob sie mit verschiedenen Tech-
niken wie:
Anker setzen, Swish Technik,
Hypnose, Glaubenssätzen, der
NLP... arbeiten möchten?
Wie hoch ist bei diesen Metho-
den die Erfolgsquote?
Sehr hoch, wenn der Mitarbeiter
will! Es war immer und wird im-
mer ein Faktum bleiben.
Erfolgreiche internationale Fir-
men haben Mitarbeiter, welche
gut und respektvoll im Team
miteinander arbeiten (wollen).
Firmenevent Tirol Incentive +
Personalentwicklung:
Ein Incentive ist immer ein Zei-
chen zu den Besten zu gehören?
Haben Sie ausgeschriebene In-
centives gewonnen?
Alle. Das waren Reisen für eine
Woche wie u.a. „Südafrika“ oder
auch Auszahlungsincentives.
Was ist besser?
Die Reise ist besser. Es bleiben
Fotos und Erinnerungen. Man
wächst zusammen. Die Incentive
Gewinner, also die besten Mit-
arbeiter eines Konzerns werden
auf einer Großleinwand im Ple-
num präsentiert. Man wird rich-
tig celebriert.
Haben Sie noch Kontakt zu ehe-
maligen Incentive- Kollegen?
Ja, sie besuchen mich regelmä-
ßig. Wir fahren Ski oder...
Wir danken für das Gespräch.
Erlebnis Zillertal Arena
GF Franz Kranebitter setzt nicht nur auf infrastruktur
Die Zillertal arena lockt mit vielen attraktionen und
bietet Sommer wie Winter Freizeitspaß für die gan-
ze Familie. s&bt traf den Geschäftsführer der Zeller
Bergbahnen Franz Kranebitter zu einem Gespräch.
Foto: Zillertal Arena
Soft Skills Training: Teamplaying, Teamleading
Bereitschaft und Fähigkeit, produktiv und konstruktiv mit an-
deren Menschen in Gruppen zu agieren, Wille und Vermögen
gemeinsam an Zielen zu arbeiten und sich in die Gruppe einzu-
ordnen, Rollen in Gruppen erkennen, Gruppendemokratie aner-
kennen, Nutzung von Unterschieden und Gemeinsamkeiten für
maximale Effektivität und Effizienz im synergetischen Sinn. Al-
les was Zusammenarbeit fördert, fördert auch die Teamfähigkeit.
Training: Arbeitstechniken, Projektmanagement-Kompetenz,
ausgeprägte Konfliktkompetenz
empathie
Fähigkeit, sich in die Gedanken, Gefühle und das Weltbild ande-
rer hineinzuversetzen. Verstehen versuchen, was den anderen
zu bestimmten Handlungen und Meinungen bewegt, Verständnis
für Eitelkeiten, persönliche Steckenpferde, Geltungssucht, Profi-
liergehabe, Rechthaberei, Überheblichkeit.
Training: Aktives Zuhören, Beobachtung, Wissen um Wahrneh-
mungs- und Beurteilungsfehler
Systemisches Denken
Fähigkeit, alle Akteure und Handlungen im Rahmen eines Sys-
tems zu sehen, Eigendynamik des Systems sowie Fernwirkungen
berücksichtigen, langfristige Konsequenzen und Auswirkungen
auf andere beteiligte Personen(gruppen) berücksichtigen.
Training: Vorstellung von Team, Unternehmen, Abteilung als
System, Wissen um die Macht der kleinsten Veränderung
Wissen um negative und positive rückkopplung und kritische
Systemvariablen.
marLies erLer
INTERVIEW
Businesscoach Marlies Erler
Marlies erler Business Coach und die Leiterin von
Firmenevent Tirol war jahrelang erfolgreich als
Pharmareferentin in Marketing und Produktionsma-
nagement tätig. s&bt sprach mit der Karrierefrau.
Gatte Roman, Entdecker des Natureispalastes im Hintertuxer Gletscher, Toch-
ter Anna und Marlies Erler arbeiten mit ihren Projekten Hand in Hand.
1...,28-29,30-31,32-33,34-35,36-37,38-39,40-41,42-43,44-45,46-47 50-51,52-53,54-55,56-57,58-59,60-61,62-63,64-65,66-67,68-69,...
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