Ein erfreulicher Winter, trotz wenig Niederschlag
Der Winter 2025/26 war für die Bündner Bergbahnbetriebe zugleich erfolgreich und herausfordernd. Letzteres aufgrund des anfänglich geringen Niederschlags. Im Ver-gleich zum Vorjahr – einem Rekordjahr – lag die Anzahl Ersteintritte über den gesam-ten Saisonverlauf nur 1 Prozent tiefer. Der Transportumsatz stieg gar um 0,4 Prozent.
Die Wintersaison 2025/26 setzte am letzten Wochenende mit der Einstellung des Skibetriebs in der Silvretta Arena Ischgl-Samnaun – mit dem Top of the Mountain Closing Concert – sowie auf der Diavolezza bei milden Temperaturen einen stimmungsvollen Schlusspunkt. Zuvor feierte das Gros der Wintersportgebiete ihren Saisonabschluss um Ostern, dank sonnigem Wetter und guten Pistenverhältnissen nochmals mit einem regen Gästeaufkommen am Berg.
Gemäss Monitor der Branchenorganisation Bergbahnen Graubünden verlief die vergangene Wintersaison insgesamt positiv. Der Monitor von Bergbahnen Graubünden umfasst 23 Bergbahnunternehmen, die 90% des Bündner Transportumsatzes erwirtschaften. Im Vergleich zum Vorjahr lag die Anzahl Ersteintritte nur 1 Prozent tiefer. Im langjährigen Durchschnitt (5 und 10 Jahre) durften die Bündner Bergbahnbetriebe gar ein Plus von 7,3 Prozent bzw. 11,8 Prozent verbuchen. Zu diesen Zahlen gesellt sich der ebenfalls ansehnliche Transportumsatz, der um 0,4 Prozent höher als im Vorjahr ausfiel. Im mehrjährigen Vergleich wuchs der Transportumsatz um 14,2 Prozent bzw. 24,7 Prozent (ohne Abzug der Teuerung). Noch nicht beziffert werden können die Mehrkosten, die den Unternehmen durch die technische Beschneiung und die anspruchsvolle Pistenpräparation entstanden sind. Diese zeigen sich dann in den Geschäftsergebnissen der einzelnen Unternehmen.
Sonniger, aber niederschlagsarmer Saisonstart
Der Saisonstart mit den Weihnachts- und Neujahrstagen verlief fulminant: mit 5,6 Prozent mehr Ersteintritten im Vergleich zur vorherigen Rekordsaison. Das sonnige Wetter lockte, davon profitierten auch die Gastrobetriebe in den Wintersportdestinationen.
Doch bereits zu Saisonbeginn begann das Warten auf den erhofften Niederschlag bzw. Schnee. Marcus Gschwend, Geschäftsführer der Bergbahnen Graubünden, verwies schon Anfang Januar darauf, dass «dieser Winter zum wiederholten Male zeigt, wie essentiell eine effiziente technische Beschneiung ist». Die darauf vorbereiteten Gebiete schafften es mit viel Engagement, den Gästen trotz geringen Schneemengen optimale Schneesportverhältnisse zu bieten. Nachdem der Januar ebenfalls niederschlagsarm verlief, konstatierte auch Markus Moser, Präsident der Bergbahnen Graubünden, dass das Geschäft vorwiegend dort gut laufe, «wo effizient beschneit und so ein grosszügiges, zusammenhängendes Angebot bereitgestellt werden kann». Und hielt fest: «Die Bedeutung der Beschneiung als Motor für die Destinationen wurde damit abermals unterstrichen.»
Der langersehnte Schnee fällt
Im Verlaufe des Februars holte der Kanton Graubünden schliesslich endlich seinen weissen Mantel aus dem Schrank. Nun konnten auch die kleineren und mittleren Wintersportgebiete nach intensivem Schneefall ihr Angebot ausbauen. Gleichzeitig brachten die grossen Schneemengen für die Mitarbeitenden der Bündner Bergbahnbetriebe auch Herausforderungen mit sich. «So konnten die Bergbahnen wegen der Lawinengefahr ihre Gebiete nur gestaffelt öffnen», merkte Markus Moser an. Doch die Vorzüge des Neuschnees überwogen. Und so verlief auch der März erfreulich. Dennoch muss Markus Moser Ende März bilanzieren: «Die in der ersten Saisonhälfte verloren Ersteintritte sind trotz Schneefällen Ende Februar und im März nicht mehr aufzuholen.»
Optimistischer Blick nach vorne
Nach einer erfolgreichen Wintersaison fällt der Blick nun in Richtung der kommenden Sommersaison. «Während wir im Winter den Niederschlag lange vermissten, hoffen wir, dass der Sommer viele sonnige Wander- und Biketage bieten wird», so der Wunsch von Markus Moser. Dem alpinen Tourismuskanton Graubünden in die Karten spielen dürfte die geopolitische Weltlage. Durch die verschiedenen Krisen und die daraus resultierende unsichere Lage bei Flugreisen, bieten sich die Feriendestinationen in den Bündner Bergen dank ihrer Verlässlichkeit und Sicherheit geradezu an. Gleichzeitig gilt es die Chancen des Coolcation-Trends sowie das steigende Interesse an Wander- und Bikeangeboten zu nutzen. «Wir Bergbähnler sind auf jeden Fall bereit, unseren Gästen ein bestmögliches Erlebnis am Berg zu bieten», sagt Markus Moser, der optimistisch nach vorne blickt.
Bildcredits:
Corvatsch-Diavolezza, Fabian Gattlen