Eindrückliche Steigerung: Bergbahnen ziehen positive Winterbilanz


Der Winter 2025/26 konnte bei den Gästezahlen fast an den Spitzenwinter 2024/25 anknüpfen. Nach einem verhaltenen Start war diese Entwicklung vorerst nicht absehbar. Im Verlauf der Saison zog es jedoch zunehmend mehr Gäste mit den Seilbahnen in die Schweizer Berge. Insgesamt resultierte ein leichter Rückgang der Gästezahlen um zwei Prozent gegenüber dem Vorwinter. Die Branche blickt sehr zufrieden auf den vergangenen Winter zurück. Im Vergleich mit dem Fünfjahresdurchschnitt resultiert sogar ein Plus von 13 %.



Für das Saison-Monitoring wertet der Branchenverband Seilbahnen Schweiz (SBS) die
Gästeanzahl (Ersteintritte) von über 140 Mitgliedern aus der ganzen Schweiz aus. Die nun vorliegenden Zahlen erlauben eine abschliessende Analyse über die gesamte Wintersaison
2025/26. April gleicht fast den wechselhaften März aus
Nach grossen Schneefällen Ende März war der April sehr trocken, mild und von Hochdruckwetter bestimmt: Dies führte zu perfekten Pistenbedingungen mit viel Sonnenschein
und schon fast frühsommerlichen Tagen. Viele Bergbahnen veranstalteten bis zum Saisonende bzw. -übergang hin sehr beliebte Events am Berg. Zu den Schneesportler:innen
in höher gelegenen Gebieten gesellten sich bereits erste Wandernde in niedrigen und mittleren Höhen. Frequenzmässig entwickelte sich der April sehr erfreulich, trotz früher Ostern
und dem damit verbundenen frühen Saisonende. Im Vergleich zum Vorjahr waren im April 23 % mehr Gäste mit den Bergbahnen unterwegs, und sogar 37 % mehr Gäste als im 5-
Jahressschnitt, der jedoch einen Coronawinter enthält.


Sehr gutes Saisonende


Die tagesgenaue Erhebung der Gästezahlen erlaubt es dem Verband, Saisonabschnitte zu definieren. Dadurch ist die Vergleichbarkeit der Saisonperioden gegeben. Die Saison (1. Nov
bis 15. Dezember) startete im Vergleich zum Vorjahr wegen der wenigen Schneefälle äusserst schlecht, und auch das Weihnachtsgeschäft konnte nicht an den Vorwinter anknüpfen, die Sportferienzeit hingegen schloss bereits fast auf Vorjahresniveau ab. Das Saisonende, d.h. die Zeit ab dem 16. März, resultierte mit einem Plus von 28 % (vgl. Abb. 1) und konnte den schwachen Saisonstart praktisch kompensieren.


Hoch gelegene Skigebiete stabil


Die Auswertung der Gästezahlen nach Höhenlage für die vergangene Saison bestätigt die erwartete Entwicklung: Destinationen oberhalb von 2'000 m ü. M. bewegten sich auf
Vorjahresniveau. Skigebiete in mittleren Höhenlagen zwischen 1’500 und 2'000 m ü. M. mussten einen Rückgang von 3 % registrieren, während Gebiete unter 1’500 m ü. M. mit
einem Rückgang von 6 % in diesem Winter mit grossen Herausforderungen besonders in der ersten Saisonhälfte zu kämpfen hatten. Die Schneesicherheit mit der technischen
Beschneiung bildet hier den wesentlichen Faktor (vgl. Abb. 2).

Schlechtwetter und fehlende Tagesgäste als wichtige Treiber


Die phasenweise schlechten Wetterverhältnisse an den Wochenenden – besonders im März – wirkten sich in diesem Winter besonders stark auf Skigebiete mit hohem Tagesgästeanteil in der Nähe grosser Agglomerationen aus. Eine Analyse der Gästestruktur in den verschiedenen Gebieten zeigt, dass Destinationen mit überwiegend Residenzgästen oder einem
ausgeglichenen Gästemix das Vorjahresniveau halten konnten (+1 %). Gebiete mit vorwiegend Tagesgästen verzeichneten hingegen einen leichten Rückgang von 3 %. Im April
konnten beide Destinationstypen gleichermassen vom guten Wetter profitieren.
Diese Entwicklungen zeigen sich auch in den regionalen Unterschieden. Regionen mit höher gelegenen Skigebieten zeigen eine erfreuliche Entwicklung, während tiefer gelegene
Regionen Rückgänge verzeichnen, und Regionen mit einem hohen Anteil an Residenzgästen entwickelten sich besser. So schliessen das Wallis, die Waadtländer und Freiburger Alpen sowie das Tessin die Saison mit einem leichten Plus gegenüber dem Vorwinter 2024/25 ab.
Die übrigen Regionen melden dagegen Verluste im einstelligen Prozentbereich (vgl. Abb. 3).

Erfreuliche langfristige Entwicklung


Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich in vielen Regionen zwar ein unterdurchschnittliches Bild,
in der Fünfjahresbetrachtung relativiert sich diese Entwicklung jedoch. Gegenüber dem Fünfjahresdurchschnitt, der auch einen Coronawinter umfasst, fällt die Saison insgesamt positiv aus: Die Ersteintritte lagen 13 % über diesem Durchschnitt. Regional zeigen sich allerdings deutliche Unterschiede. Während die Ostschweiz ein Plus von 3 % verzeichnete, erreichte das Wachstum im Tessin 22 % (vgl. Abb. 4).


Der vergangene Winter zeigt, dass der Wintersport äusserst beliebt ist. Trotz schwierigem Saisonstart und auch phasenweise wenig günstiger meteorlogischer Bedingungen entwickelte
sich die Gästezahl erfreulich. Ein Wermutstropfen bleibt jedoch: kleinere Skigebiete konnten nicht an den Spitzenwinter 2024/25 anschliessen. Gerade in solchen Wintern ist es entscheidend, dass der Winterbetrieb dank technischer Beschneiung frühzeitig vorbereitet werden kann. Der später gefallene Naturschnee weckte bei vielen Gästen zusätzlich die Lust auf sportliche und genussvolle Aktivitäten am Berg. «Die Branche blickt insgesamt sehr zufrieden auf die Wintersaison zurück. Viele Bergbahnen denken heute längst über den klassischen Winter- und Sommerbetrieb hinaus und entwickeln sich zu Vierjahreszeitenbetreiben. Der starke April hat gezeigt: Das Produkt «Winter» bleibt bis in den Frühling hinein attraktiv, wenn die Verhältnisse stimmen. Bergbahnen und Destinationen
bieten hervorragende Angebote und Veranstaltungen bis zum letzten Schnee. Die Lust auf den Berg ist ungebrochen, und dies stimmt uns zuversichtlich, auch für den Frühsommer und
die Sommersaison», so Berno Stoffel, Direktor von Seilbahnen Schweiz.


Im August folgt die Saisonbilanz zum vergangenen Winter mit vertieften Analysen zum Markt.
Weitere Auskünfte
Berno Stoffel, Direktor Seilbahnen Schweiz +41 79 543 25 07


Über Seilbahnen Schweiz
Seilbahnen Schweiz (SBS) ist der Verband der Schweizer Seilbahnbranche. Die
Branchenvertretung hat rund ordentliche 350 Mitglieder aus allen Regionen des Landes,
darunter sämtliche grosse und mittelgrosse Unternehmungen, aber auch viele kleinere Bahnen.
Der Verband vertritt die gemeinsamen Anliegen und Interessen der Mitglieder und fördert ihre
Zusammenarbeit. Daraus ergibt sich ein breites Spektrum von Aktivitäten, das von der
Vertretung gegenüber Behörden über die Mitgliederberatung bis zur Öffentlichkeitsarbeit reicht.
Seilbahnen Schweiz hat seinen Sitz in Bern und betreibt zudem ein Ausbildungszentrum in
Meiringen im Berner Oberland.


Über das Saison-Monitoring
Im Rahmen des Saison-Monitorings werden die Gästezahl (Ersteintritte) für den
Personentransport der Seilbahnunternehmen analysiert und monatlich aktualisiert. Das
Monitoring umfasst eine Analyse von über 140 Seilbahnunternehmen in der gesamten Schweiz,
was einen zeitnahen Blick auf die Saisonentwicklung erlaubt. Über 90 Prozent des Umsatzes
der Bergbahnen in der Schweiz ist durch diese Untersuchung abgedeckt.
Die Erhebung der Ersteintritte erfolgt seit Winter 2023/24 weitgehend automatisiert von den
Zutrittssystemen. Die Entwicklung der Dateninfrastruktur ist teilfinanziert von Innotour (SECO),
in Zusammenarbeit mit Manova GmbH, Skidata (Schweiz) GmbH und Axess AG.



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