„Graz trifft Leogang“

Wir freuen uns sehr, unsere langjährige Zusammenarbeit mit der Schell Collection in Graz weiter vertiefen zu dürfen. Seit vielen Jahren verbindet uns ein enger Austausch, durch den unsere Sonderausstellungen immer wieder durch wertvolle Leihgaben bereichert werden.

Noch bis Dezember 2026 haben Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, ausgewählte gotische Meisterwerke der Schell Collection bei uns in Leogang zu erleben. Neben kunstvoll gearbeiteten Schlüsseln und Schlössern erwartet Sie auch eine vielfältige Auswahl an dekorativen Kästchen, die das gotische Kunsthandwerk in all seinen Facetten widerspiegeln.

 

Wir laden Sie herzlich ein, diese besonderen Stücke bei uns zu entdecken und in die faszinierende Welt der Gotik einzutauchen. Um Ihnen den Besuch noch schmackhafter zu machen, können Sie mit einer Eintrittskarte eines unserer Museen im jeweilig anderen einen vergünstigten Eintritt um nur 4,00 € erhalten.

 

Sonderausstellungen

 

 

Entdecken Sie wechselnde Sonderausstellungen im Bergbau- und Gotikmuseum Leogang, die mit außergewöhnlichen Originalen aus Handwerk, Kunst und Regionalgeschichte faszinieren – von mittelalterlicher Glasmalerei bis zu prachtvollen Wunderkammern. Tauchen Sie ein in vergangene Epochen und lassen Sie sich von eindrucksvollen Sammlungen und spannenden Themen inspirieren!

 

Viechtauer Vögel zu Gast in Leogang

 

16. Mai 2026 bis 31. Oktober 2026

 

Viechtau ist eine Landschaft am Traunsee im Salzkammergut. Über Jahrhunderte entstand hier die Tradition geschnitzter und bemalter Holzvögel. Aufgrund bitterer Armut hat Maria Theresia diesen Menschen das Privileg erteilt, die kunsthandwerklichen Erzeugnisse bei kostenloser Mitfahrt auf Handelsschiffen innerhalb der österreichischen Monarchie zu vertreiben.

Während die Schnitzarbeiten überwiegend von Männern ausgeführt wurden, oblag die farbliche Gestaltung häufig den Frauen. Vorwiegend wurden Vögel, zusätzlich aber auch Löffel und Schüsseln produziert.

Vor dem Hintergrund, dass ein erheblicher Teil der dargestellten Arten heute als ausgestorben oder stark gefährdet gilt, besitzen diese Objekte einen hohen dokumentarischen Wert für die heutige Ornithologie. Neben artspezifischen Merkmalen berücksichtigten die Schnitzer auch unterschiedliche Altersstadien der Vögel.

Das Handwerk der Vogelschnitzerei in Viechtau erreichte seine größte Ausdehnung im 19. Jahrhundert, bestand in diesem Umfang jedoch nur bis zum Ersten Weltkrieg. Infolgedessen kam es zu einem Nachfragerückgang, der letztlich zum Niedergang dieses Kunsthandwerks führte.Das frühe Erzstift Salzburg

 

Die Kunst der Romanik

 16. Mai 2026 bis 31. Oktober 2026

Im 8. Jahrhundert liegen die Wurzeln des später zu den bedeutendsten europäischen Fürstentümern gehörenden Erzstiftes Salzburg. In einer Zeit neuen geistigen und kulturellen Aufbruchs fördern Persönlichkeiten wie die Hll. Rupert, Virgil und Vitalis den Aufbau kirchlicher Strukturen, die Errichtung von Kirchen sowie die Entstehung früher Kunst- und Bildungstraditionen.

Ausgehend von einem seltenen Limogeskreuz um 1250 gibt die Ausstellung anhand ausgewählter Originale aus der Romanik und Frühgotik einen Einblick in diese frühen Kunstepoche. Skulpturen sowie liturgische Geräte machen die religiösen, künstlerischen und gesellschaftlichen Kräfte sichtbar, die zur Entstehung des Erzstiftes Salzburg beitrugen und dessen kulturelle Prägung nachhaltig bestimmten.

 

Meisterwerke der Möbelkunst

 

Salzburg 1450–1500

 16. Mai 2026 bis 31. Oktober 2026

Die Ausstellung „Meisterwerke der Möbelkunst“ im Bergbau- und Gotikmuseum Leogang präsentiert als Gastspiel des Salzburg Museum herausragende spätgotische Möbel aus Salzburg. Kunstvoll geschnitzte, reich verzierte und teilweise vergoldete Originale zeigen die hohe handwerkliche Qualität des Möbelhandwerks im 15. Jahrhundert.

Im Zentrum stehen der vergoldete Reliquienschrein aus der Bürgerspitalskirche St. Blasius in Salzburg sowie ein reich verzierter Chorstuhl aus der Wallfahrtskirche St. Leonhard. Beide werden einer Werkstatt zugeschrieben, die um 1455 im Lungau tätig war und möglicherweise später nach Salzburg übersiedelte.

Mit ihren filigranen Maßwerkschnitzereien, architektonischen Formen und detailreichen Ornamenten zählen diese Möbel zu den schönsten erhaltenen Beispielen spätgotischer Möbelkunst im süddeutschen Raum. Die Ausstellung macht deutlich, dass diese Werke weit mehr als Gebrauchsgegenstände sind: Sie spiegeln religiöse Vorstellungen, außergewöhnliche Handwerkskunst und den künstlerischen Austausch im Europa des 15. Jahrhunderts wider.

 

 

 

Bergmann. Bischof. Kaiser.

 

Des Bergbaus Macht zwischen Mittelalter und Neuzeit

 11. Mai 2025 bis 31. Oktober 2026

Originale Objekte aus der Zeit der Rebellion 1525 machen die Hintergründe der Aufstände durch die Bauern und Knappen des Erzstiftes Salzburg und der gefürsteten Grafschaft Tirol sichtbar.

Stille Zeugen wie die Hl. Katharina aus dem geplünderten Kloster Neustift, das berühmte Portrait des Salzburger Erzbischofes Matthäus Kardinal Lang von Wellenburg oder die Armbrust von Kaiser Maximilian I. erzählen von den Sorgen und Nöten der damaligen Zeit.

 

Rückführung Salzburger Kulturgüter

 

Salzburger Kunst im europäischen Kontext

 seit 01. Februar 2026

Der fortlaufende Austausch mit Museen und Sammlungen in ganz Europa ermöglicht die Identifizierung von Kunstwerken Salzburger Herkunft, die im Laufe der Jahrhunderte auf verschiedenen Wegen abhandengekommen sind. Ihr Verlust ist das Ergebnis historischer Begebenheiten, die von künstlerischem Export im Mittelalter über liturgische und ästhetische Umgestaltungen im Zuge der Barockisierung bis hin zu politischen Umbrüchen reichen.

Zu den einschneidendsten Ereignissen gehörten die Napoleonischen Kriege und die daraus resultierenden politischen Änderungen. Die Rückführung dieser Objekte eröffnet die Möglichkeit, vergessene historische Verbindungen neu zu entdecken und kunst- sowie kirchengeschichtliche Entwicklungen darzustellen. Die Exponate der Ausstellung sind im gesamten Bergbau- und Gotikmuseum Leogang verteilt.

 

Schatz- und Wunderkammer

 

Nora von Watteck

 seit 27. Mai 2021

In der Renaissance und im Barock richteten sich viele vermögende Fürsten repräsentative Kunst- und Wunderkammern ein. Sie sollten den Reichtum und den Kunstsinn sowie das dem Zeitgeist entsprechende spirituelle Niveau des Besitzers demonstrieren.

Die kunsthistorischen Interessen der wohl bedeutendsten Salzburger Volkskundlerin, Nora von Watteck, wurden schon im Vorschulalter durch ihren Großvater geweckt, der als Antiquar für sich selbst in einem separierten Raum eine Wunderkammer angelegt hatte.

Frau Watteck begann die Wunderkammer ihres Großvaters in der Salzburger Brodgasse kontinuierlich zu ergänzen. Nach ihrem Tod 1993 sorgte noch ihr Sohn, Hofrat Prof. DI Arno von Watteck, für Ergänzungen und räumliche Strukturierungen.

Dass diese Wunderkammer an das Bergbau- und Gotikmuseum Leogang kam, ist kein Zufall, sondern beruht auf den prägenden freundschaftlichen Beziehungen des Sohnes Arno von Watteck zu Kustos Prof. Hermann Mayrhofer.

Der Zweck der Ausstellung ist es, den Namen Nora von Watteck und die großartige Sammlung zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

ACHTUNG: Besichtigung nur mit Führung; Voranmeldung per E-Mail (info@museum-leogang.at) oder Telefon (0043 6583 71 05)

Foto: ©KHM-Museumsverband