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Detailansicht

Gstaad bewegt sich

Die Bergstation der neuen Saanerslochbahn.

Bauingenieur Richard Spalinger, Architektin Elisabeth Wampfler, Gerhard Marti (Leiter Seilbahn- technik), Matthias In-Albon (Geschäftsführer Bergbahnen Destination Gstaad AG).

Aussicht auf die Bergstation.

Klaus Hönigsberger staunt über die neue Bahn: „Einmalig und zukunftsweisend“. Und gratuliert GF Matthias In-Albon zu diesem Projekt.

Saanerslochbahn Mittelstation.

Der Seiltranport.

Die Bauarbeiten schreiten zügig voran.

Aufwertung der Region durch grössere Investitionen der Bergbahn

Die Bergbahnen Destination Gstaad AG freuen sich über die Modernisierung der Bergbahn Saanersloch. Die neue Bahn soll bereits zum Start der kommenden Wintersaison in Betrieb gehen. Die Bauarbeiten gehen planmässig voran.

Nach 40 Jahren Betrieb ist die damals schnellste, modernste und bequemste Gondelbahn am 2. April 2018 in den verdienten Ruhestand gegangen. Sie macht nun Platz für eine neue Bahn, die die Gäste noch schneller und bequemer ins Skigebiet bringen soll. „Die Bahn wird den Komfort für die Schnee- sportler durch grösseres Platzangebot in den Kabi- nen und ebenerdige Einstiege deutlich steigern“, sagt BDG-Verwaltungsratspräsident Heinz Brand.

Seileinzug nächster Meilenstein der Bauarbeiten
Im August wurden die neuen Masten in einer spek- takulären Flugaktion mit Hilfe eines Helikopters montiert. Der nächste große Meilenstein der Bau- arbeiten ist nun der Seilzug. Der Seiltransport der zweiten Sektion wurde am 18. September vorge- nommen, es folgen Seilzug und Seilspleiss. Für die erste Sektion ist dieses Programm ab dem 1. Ok- tober geplant.

Berg- und Mittelstation auf der Zielgeraden
Die Bergstation und die Mittelstation stehen kurz vor der Vollendung. Die Verglasung der Mittelstation hat bereits stattgefunden. An der Talstation wird unter Hochdruck gearbeitet und auch hier werden die Fortschritte durch die ausserordentlichen Bemühun- gen aller involvierten Unternehmen während der letzten Wochen deutlich.

Talstation mit Schweizer Holz
Der spektakuläre Transport der vier über 35m langen und je 5 Tonnen schweren Verbundsträger für die Talstation wurde letzte Woche ausgeführt. Die Länge der Träger war eine grosse Heraus- forderung für den Transport via Simmental nach Saanenmöser und verlangte vom Fahrer viel Feingefühl. Derzeit werden die Träger aus Schweizer Holz in der Talstation der neuen Bahn eingebaut.

Weltneuheit geht diesen Winter in Betrieb
„Ich bin stolz auf das Projekt“, sagt Brand, „95 Prozent der Arbeiten konnten an einheimische Unternehmen vergeben werden. Besonders freue ich mich auch darüber, dass nun auch die Über- bauungsordnung Eggli zum Ziel gekommen ist.“ Beide Projekte machen das Skigebiet bedeutend attraktiver.
„Ich freue mich schon darauf, den Gästen im kommenden Winter eine neue, modernen Bahn präsentieren zu können, die als Weltneuheit in der Destination Gstaad den Betrieb aufnehmen wird“, sagt Ge- schäftsführer Matthias In-Albon. Bei der neuen Gondelbahn handelt es sich um eine Produktion des Schweizer Herstellers Garaventa-Doppelmayer in Form der „D-Linie“. Die neue Seilbahn-Technologie überzeugt mit höchstem Fahrgast- komfort, leisem Betrieb sowie mit einer Design-Glasstationsabdeckung, die es sonst so noch nicht gibt.

Architektonische Akzente setzen
Die drei Bahnstationen, geplant vom Architekturbüro Jaggi und Partner, passen hervorragend ins Landschaftsbild. Während bei der Talstation das ausgeprägte Satteldach auffällt, kommen in der Mittelstation glasverkleidete Bahntechnik- anlagen beim Umlenken der Leitungsführung zur Geltung. Bei der Talstation wird die Lenkung der Bahnbenutzer vereinfacht, indem die vom Parkplatz anreisenden Wintersportler mittels Rolltreppe direkt ins Gebäude gelangen und sich nicht mehr mit den von der Piste kommenden Gästen kreuzen. Im Untergeschoss der Tal- station werden 700 Quadratmeter für Skirental und beheizte, mietbare Ski- schränke für die Gäste zur Verfügung stehen. Ebenfalls im Untergeschoss werden die Kabinen beider Sektionen garagiert, welche über einen Schrägförderer ins Perrongeschoss transportiert werden können.

Technisches
Auf einer Strecke von 2.858 Metern mit 16 Stützenbauwerken (die alte Bahn hatte 29 Stützen) befördern ab Dezember dieses Jahres 69 Kabinen mit bis zu 2.000 Personen pro Stunde und Fahrtrichtung. Der Standort der Bergstation wird um 60 Meter westwärts verschoben und als konventioneller Brückenantrieb ausgestattet. Der Ein- und Ausstiegsbereich wird in einem formschönen Gebäude witterungs- geschützt gestaltet. Beim schräg abgestützten Massivbau ist die Handschrift des schlanken Stationsstehers vom Architekten übernommen worden. Spannend für den Betreiber: Die weltweit erstmals eingesetzte Glasabdeckung kann nachträglich mit einer LED-Medienfassade nachgerüstet werden, um Gästeinformationen via Fassade zu übermitteln. Im oberen Bereich der zweiten Sektion werden die Rollenbatterien aufgrund der maximal gewünschten Verfügbarkeit mit dem fehlersicheren Seillageüberwachungssystem RPD (Rope Position Detection System) ausgestattet. Dieses mit einem Spurassistenten der Automobilbranche vergleichbare System ermöglicht der BDG, die Seillage bei starkem Wind sehr genau zu überwachen. Die Mittelstation besteht aus einer Spannstation der zweiten Sektion, Antriebsstation der ersten Sektion und einer Sektionsverbindung. Die Herausforderung lag darin, die ganze Station auf der bestehenden Parzelle der BDG realisieren zu können. Die neue Mittelstation wird am gleichen Ort stehen wie die alte Mittelstation und erhält ebenfalls ein Glasdach.

Komfortabel und im Zeitplan
Das Projekt befindet sich sehr gut im Fahrplan, so dass die Weltneuheit ab Anfang Dezember für die Gäste der BDG fertiggestellt ist. So kann die Saanersloch-Bahn ihre Fahrgäste pünktlich zum Start der Skisaison mit 22cm breiteren Kabinen als üblich und Komfortkissen aus Kunstleder begrüssen – für den Fahrkomfort ist also auch gesorgt. Die mit silbernem Faden abgenähten Sitzpolster sind auf der Rü- ckenlehne mit dem Saanersloch-Logo bestickt. Damit der Himmel für die Gäste der BDG immer blau ist, sind die Scheiben in leicht blauer Tönung gefertigt, passend zur Glasfarbe der Stationsabdeckungen.

Wer den bisherigen Bauverlauf sehen möchte, hat auf der Website www.gstaad.ch/aktuell/bautagebuch.html die Gelegenheit, den Baufortschritt mitzuverfolgen.
Die Eröffnungsfeier der neuen Bahn findet am Samstag, 15. Dezember 2018 statt.

Technische Daten

Förderleistung:   2.000 P/h
Fahrzeit:   6.00 m/s
Schräge Länge:   Saanenmöser – Saanenwald: 809m
  Saanenwald – Saanerslochgrat:  2.049
  Länge total:  2.858m
Höhe Talstation:   1.271m
Höhe Bergstation:   1.944m
Höhenunterschied:   673m
Stützen:   16
Antrieb:   Berg
Anzahl Kabinen:   69
Kapazität Kabine 10