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KITZBÜHEL TOURISMUS

Signe Reisch und Dr. Josef Burger. (sbt Archivbild)

Verantwortungsvolle Touristiker mit Herzblut, Weitblick und Charme nehmen den Hut

Eine überraschende Nachricht ereilte uns gestern aus Kitzbühel. Die Präsidentin des Kitzbühel Tourismus Signe Reisch und Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Josef Burger legten ihr Amt mit sofortiger Wirkung zurück. Grund dafür dürften Differenzen mit der Stadtführung von Kitzbühel sein.

Signe Reisch erklärt in ihrer Verzichtserklärung:
„Nach achtjähriger sehr erfolgreicher Obmannschaft bedeutet dieser Verzicht kein sich der Verantwortung entziehen. Jeder weiß, mit welchem Herzblut, Energie und professionellem ehrlichen Engagement ich diese Funktion für unseren Tourismus, unsere Heimatstadt und unsere Feriendörfer ausgeübt habe.
Ich sehe den einzigen Weg in einer gedeihlichen Zusammenarbeit und darin, unter Berücksichtigung aller Interessen an einem Strang zu ziehen. Genau das war mir nicht mehr möglich. Den Grund dafür kenne ich nicht und ich versteh es auch nicht, nachdem wir über viele Jahre in Harmonie großartige Erfolge einfahren konnten, und ich den Herrn Bürgermeister auch immer hervorgehoben habe. Aber ich musste zur Kenntnis nehmen, dass die Stadt Kitzbühel mich mehr und mehr geschnitten hat und zuletzt praktisch offen die Zusammenarbeit aufkündigt. Wenn selbst in der schwierigsten touristischen Krise seit dem 2. Weltkrieg bei einer von der Stadt einberufenen so wichtigen Besprechung zur Koordination der Corona-Schutzmaßnahmen zwar Schischulen, Bergbahn, Kitzbüheler Hotelverein eingeladen werden, nicht aber Kitzbühel Tourismus, dessen Kernaufgabe und Verantwortung die Kommunikation mit allen Mitgliedern ist, oder bei der Vorstellung des Med-Trucks, einer mobilen Corona-Teststation, Kitzbühel Tourismus gezielt außen vor gelassen wird, dann muss man wissen, was es geschlagen hat.
Es gibt offenbar eine persönliche Antipathie mir gegenüber. Ich klebe aber an keinem Sessel und stelle die Sache vor meine Person. Wenn also meine Person einer Zusammenarbeit mit der Stadt Kitzbühel im Wege steht, dann will ich den Schaden, der daraus zwangsläufig entsteht, nicht verantworten und mache den Weg frei. Ich habe schon mit einigen Anfeindungen und verbalen Verletzung in der Vergangenheit leidvoll umzugehen gelernt; die bewusste Behinderung der Wahrnehmung wichtiger Aufgaben von Kitzbühel Tourismus trifft aber nicht mehr mich persönlich, sondern schadet Kitzbühel Tourismus und letztlich der Stadt und der Region als Gesamtes.
Ich kann aber mit einem sehr guten Gefühl aus dem Amt scheiden. Meinem Nachfolger oder Nachfolgerin kann ich ein gut bereitetes Feld übergeben. …
Abschließend ist es mir ein tiefes Bedürfnis, meinen Vorstandkollegen und insbesondere unserer Frau Geschäftsführerin Dr. Viktoria Veider-Walser samt gesamten Team aufrichtig für die hervorragende und ausgezeichnete Zusammenarbeit zu danken. Sie haben alle samt Herausragendes geleistet. Danken möchte ich aber auch allen Mitgliedern von Kitzbühel Tourismus und den vielen Vereinen, Freunden und auch konstruktiven Kritikern, die meinen Weg unterstützend begleitet haben. Ich wünsche euch allen alles Gute für die Zukunft vor allem gute Zusammenarbeit und dass Euch schmerzhafte Querelen, wie sie mir widerfahren sind, erspart bleiben.

Die Stellungnahme von Dr. Josef Burger:
Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Josef Burger blickt in Dankbarkeit auf seine achtjährige Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender bei Kitzbühel Tourismus zurück und sieht seinen Verzicht auf die künftige Ausübung seiner Funktion als eine gleicher Maßen selbstlose wie verantwortungsvolle Entscheidung, die einen positiven Beitrag zur Normalisierung der angespannten und für das touristische Gemeinwohl schädlichen Beziehung zwischen Stadtführung und Kitzbühel Tourismus leisten möge:
„Es war immer mein oberstes Ziel, die Kräfte zu bündeln, Stärke durch Gemeinsamkeit zu erreichen und alle zum Ziehen am selben Strang einzuladen.
Bedauerlicher Weise ist mir dies in letzter Zeit, in der historisch tiefsten touristischen Krise, immer weniger gelungen. Deutlich zeigt sich dies daran, dass der Herr Bürgermeister der Stadt Kitzbühel von 14 Sitzungen des Aufsichtsrates in dieser Funktionsperiode seit Ende November 2017 lediglich an vier teilgenommen hat und sich selbst seit Beginn der Corona-Krise von der Teilnahme an den Aufsichtsratssitzungen entschuldigen hat lassen. Aber wann, wenn nicht jetzt ist Zusammenhalt und Zusammenhelfen angesagt.
Aus einflussreichem Munde wurde vor nicht allzu langer Zeit verlautet, dass sich Kitzbühel im Wandel befindet. Ich will mich diesem Wandel nicht verschließen und mache den Weg frei für neue Köpfe. Ich habe mich immer nach besten Kräften bemüht, Kitzbühel Tourismus bestmöglich zu dienen. Da es mir aus meiner Sicht aber in der gegebenen Situation nur unzureichend gelingt, auf ein gerade jetzt so wichtiges starkes Miteinander in ausreichendem Maße einzuwirken, gilt es Verantwortung im Sinne des Verbandes zu übernehmen und den Verzicht zur Ausübung meiner Funktion und zur Zugehörigkeit im Aufsichtsrat zu erklären. Ich mache dies, nicht ohne mich zuvor beim Vorstand unter der Leitung von Frau Präsidentin Signe Reisch, den Kolleginnen und Kollegen des Aufsichtsrates, Frau Geschäftsführerin Dr. Viktoria Veider-Walser mit ihrem wunderbaren Team und Herrn Dr. Gerhard Föger, Leiter der Abteilung Tourismus des Amtes der Tiroler Landesregierung, aufrichtigst für die äußerst fruchtbare Zusammenarbeit zu bedanken.“