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Kritik an Entscheidungsträgern und Behörden

Mag. Günther Zangerl, Vorstand der Silvrettaseilbahn AG.

Walter Astl, Vorstand der Bergbahn AG Kitzbühel.

Silvia Schissler, v4u-Consulting GmbH.

Bernhard Gruber, Vorstand der Wildkogel-Arena.

Stellungnahme von Mag. Günther Zangerl, Vorstand der Silvrettaseilbahn AG

Sehr geehrte Damen und Herren!

Auch in Zeiten, in denen die Welt, zumindest aber das ganze Land und die Republik zusammenhalten sollten, scheinen für einige Sündenböcke immer noch gelegen zu kommen. Ein derartiger Sündenbock ist aktuell Ischgl im Paznaun. Die Schlagzeilen könnten reißerischer nicht sein: „Virenschleuder Europas“ ist noch eine der harmloseren, die derzeit vor allem in den sozialen Medien kursieren, letztlich halten sich aber auch vermeintlich seriöse Medien nicht mit massiver Kritik an Behördenversagen und Krisenmanagement zurück. Mehr oder weniger direkt wird uns jetzt unterstellt, aus Profitgier die Ansteckung hunderter Menschen mit dem Coronavirus und dessen anschließende Verbreitung billigend in Kauf genommen zu haben. Den seit Wochen, speziell aber in den letzten Tagen rund um die Uhr unter Hochdruck arbeitenden Gesundheitsbehörden wird offen Versagen bzw. Vertuschung vorgeworfen.

Dazu kurz aus Sicht eines in die Geschehnisse der letzten Tage direkt Involvierten:
Es können sich wohl die wenigsten nur ansatzweise vorstellen, was es für Entscheidungsträger bedeutet, eine bis dahin äußerst erfolgreiche Skisaison vorzeitig zu beenden und damit – in unserem Fall – hunderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des eigenen Unternehmens, in letzter Konsequenz aber große Teile der Wirtschaft einer ganzen Region in eine massive Unsicherheit zu stürzen, in Einzelfällen wohl auch in ihrer wirtschaftlichen Existenz zu gefährden. Vor dieser Entscheidung standen wir bzw. die Gesundheitsbehörden auf Landes- und Bezirksebene vor einer Woche. Zu diesem Zeitpunkt waren bekanntlich die ersten positiv auf COVID-19 getesteten Fälle in Ischgl aufgetaucht und auch schon behördliche Einschränkungen verfügt worden. Wir haben diese Anordnungen selbstverständlich mitgetragen und unternehmensintern weitere Beschränkungen verfügt. Durch die Absonderung von weiteren Verdachtsfällen schien der Gefahr einer Weiterverbreitung wirksam begegnet, der Gesundheitsschutz für Einheimische, Gäste und Mitarbeiter somit vorerst gewährleistet.

Dennoch war klar, dass die Wintersaison nicht mehr zu retten sein wird und es primäres Ziel sein muss, am Wochenende keinen Gästewechsel mehr zuzulassen. Eine geordnete Abreise der Gäste zum Wochenende hin schien im Hinblick darauf, rechtzeitig alle dafür notwendigen Vorkehrungen treffen zu können und keine Panik zu verbreiten, die beste Lösung. Dies mit dem seinerzeitigen Wissensstand um Ansteckungszahlen und vor allem hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit einer Übertragung des Virus. Dass sich die Ereignisse im Anschluss daran derart überschlagen würden, war zu diesem Zeitpunkt nicht ansatzweise abzusehen.

Nach den dramatischen Entwicklungen der nächsten Tage und mit Wissenstand heute wäre eine Quarantäne wohl bereits bei Aufkommen des ersten leisesten Verdachtes auf einen Erkrankungsfall die effizienteste Maßnahme zu Eindämmung einer Weiterverbreitung des Virus gewesen (dies vor dem Hintergrund, dass der räumliche Geltungsbereich und die Eingriffsintensität entsprechender Maßnahmen in der Folge nahezu im Stundentakt verschärft wurden). So zumindest sehe ich das.

Dafür hätten die Gesundheitsbehörden nach dem Epidemiegesetz zu diesem Zeitpunkt aber gar keine rechtliche Handhabe gehabt, zumal derart einschneidende Maßnahmen in einem Rechtsstaat ja immer noch verhältnismäßig sein müssen.

Bevor Sie daher vorschnell (ver)urteilen, versetzen Sie sich abschließend bitte kurz in die Lage eines Behördenvertreters, „Liftkaisers“ oder sonstigen Entscheidungsträgers und fragen sich ehrlich, ob sie selbst eine solch weitreichende Entscheidung mit all ihren Konsequenzen auf Basis von zu diesem Zeitpunkt noch unbestätigten Vermutungen getroffen hätten. Nur in diesem Fall hätten Sie im Nachhinein alles richtiggemacht.

Ischgl und auch allen anderen von dieser – bis vor wenigen Tagen noch unvorstellbaren – Krise betroffenen Regionen wäre in Zeiten wie diesen mit Solidarität jedenfalls weit mehr geholfen als mit den aktuell in einigen Kreisen kursierenden Anschuldigungen. Jetzt gilt es, gesund zu bleiben und die Ausbreitung des Virus wirksam zu verhindern.

Halten wir daher zusammen und seien wir solidarisch – wenn wir diese Krise gemeinsam überstanden haben, werden wir Ischgl als starken Motor für die Wirtschaft in unserer Region und darüber hinaus wieder brauchen.

Mit freundlichen Grüßen
Mag. Günther Zangerl, Vorstand der Silvrettaseilbahn AG

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Walter Astl, Finanzvorstand der Bergbahn AG Kitzbühel
Was hier weltweit geschieht gleicht fast schon einem Weltkrieg gegen einen Virus. Das konnte niemand vorhersehen. Wir können alle nur aus dem Geschehenen lernen, um in Zukunft besser gerüstet zu sein. Wobei ich hoffe das so etwas nie mehr passiert. In erster Linie geht es jetzt um die Gesundheit und in weiterer Folge um die wirtschaftliche Zukunft (Arbeitsplätze). Jetzt müssen wir zusammenhalten und alles versuchen um den Virus einzudämmen. Wenn uns das hoffentlich bald gelingt, brauchen wir alle Energie um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen.

Silvia Schissler, v4u-Consulting GmbH
Ich sehe es ganz genauso wie Herr Mag. Zangerl. Und all die Schmierblätter und Besserwisser sollten sich einmal in die Situation von den Seilbahnbetreibern versetzen. Es zumindest im Ansatz versuchen. Wer ins Gesicht von Herrn Landeshauptmann Platter geschaut hat als er im Fernsehen den Shutdown in Tirol verkünden musste, bekam vielleicht auch im Ansatz und mit etwas Menschenkenntnis mit, dass Politiker zu sein und Entscheidungen mit tragen und dem Volk diese mitteilen zu müssen ab heute einer der schwersten Jobs des Landes ist und sich auch mehr Respekt verdient hat! Wir werden Dank der intelligenten Führungsspitze in der Politik und allen Verantwortlichen die Krise meistern, die nicht nur im Tourismus sondern auch in der ganzen Wirtschaft auf Jahre unermesslichen Schaden angerichtet hat. Es wird die Menschen verändern weil ihr Leben nicht mehr das ist dass es vorher war und es werden viele umdenken was wirklich wichtig ist. Die unverschämte Kritik mancher hat hier absolut keine Berechtigung und sollte aufs Entschiedenste abgewehrt werden.

Bernhard Gruber, Vorstand der Oberpinzgauer Fremdenverkehrsförderungs- und Bergbahnen AG (Wildkogel)
Es kann ja wirklich nicht sein, dass jetzt wir – die Skigebiete – verantwortlich sind. Keiner hat sich eine Situation wie diese gewünscht – weder die Chinesen, die Italiener, die Südtiroler, die Tiroler, die Kitzbüheler, die Pinzgauer, …
Bleibt´s gesund!