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„Liftler-Seminar“ mit Blick in die Zukunft

Mag. Daniel Berchthaller (Obmann-Stv. FG Seilbahnen | Skigebiet Reiteralm), Mag. Fabrice Girardoni (Obmann FG Seilbahnen | Skigebiet Stuhleck), Mag. Oliver Käfer (Geschäftsführer FG Seilbahnen).

Ing. Georg Kopp (AUVA-Skisicherheit), Dr. Karl-Heinz Dernoschegg (Direktor WK Steiermark), Georg Bliem (Skigebiet Planai), Mag. Fabrice Girardoni (Obmann FG Seilbahnen | Skigebiet Stuhleck), Theresa Haid (Geschäftsführerin VitAlpin), DI Jürgen Roth (Vizepräsident WK), Erich Neuhold (Steiermark Tourismus).

DI Jürgen Roth (Vizepräsident WK Steiermark).

Dr. Stefan Pilz und Angelika Pilz (Skigebiet Planneralm), Gerhard Weswaldi (Energie Steiermark), KoR Albert Baier.

Dr. Karl-Heinz Dernoschegg (Direktor WK Steiermark), DI Jürgen Roth (Vizepräsident WK).

Podiumsdiskussion.

Ing. Georg Kopp (AUVA-Skisicherheit), Theresa Haid (Geschäftsführerin VitAlpin), Mag. Fabrice Girardoni (Obmann FG Seilbahnen | Skigebiet Stuhleck), DI Jürgen Roth (Vizepräsident WK), Dr. Karl-Heinz Dernoschegg (Direktor WK Steiermark), Erich Neuhold (Steiermark Tourismus).

Erich Neuhold präsentiert die Tourismusentwicklung.

Theresa Haid bekommt Gastgeschenk (steirisches Kürbiskernöl und Hartwürstel) von Mag. Fabrice Girardoni überreicht.

Auch Erich Neuhold durfte sich über das Gastgeschenk (steirisches Kürbiskernöl und Hartwürstel) von Mag. Fabrice Girardoni freuen.

Gute Aussichten vom Gipfel

Das „Liftler-Seminar“ am 30. Jänner 2020 wurde zu einem „Gipfeltreffen“ von prominenten Stimmen aus einer Branche, die jährlich Millionen Menschen die Schönheit der Steiermark von „ganz oben“ zeigt. Dennoch gibt es jede Menge Herausforderungen, sagten die Expertinnen und Experten.

Eingestimmt durch steirische Harmonikaklänge, den Ambros-Klassiker „Schifoan“ und den Sonnenuntergang über Graz, erfuhren die Gäste des „Liftler-Seminars“ zuerst Neuigkeiten zu den technologischen Zukunftsaussichten für eine Branche, die sehr energieintensiv ist. An einer standortverträglichen Ökologisierung führe nämlich kein Weg vorbei, betonte WKÖ-Vizepräsident Jürgen Roth: Die 70% Ökostrom in Österreich sollten ambitioniert bis 2030 auf 100 % erhöht werden. Beim Diesel und Heizöl sieht der Experte die Lösung in „Green Liquid Fuels“, klimaneutral hergestelltem synthetischem Treibstoff. WK-Direktor Karl-Heinz Dernoscheg machte sich jedenfalls „keine Sorgen“ um die Zukunft der Steiermark. „Wir haben Top-Firmen bei uns“, sagte er, „wir können alles: vom Bio-Fuel bis zum Bau kompletter Elektromobile.“ Generell wichtig für die Wirtschaft sei die Aufwertung der dualen Ausbildung, betonte er, etwa durch größere Wertschätzung der Lehrlinge: Ein neuer Lehrlings-Schitag sei aus diesem Grund ins Leben gerufen worden. Immerhin sei Schifahren mehr als eine Freizeitbeschäftigung, betonte er, sondern Teil der Kultur – eine Meinung, die das Podium teilte.

Steiermark-Tourismus-Geschäftsführer Erich Neuhold steuerte Zahlen und Fakten zur Diskussion bei. Die Kurven bei Gästen und Nächtigungen steigen in der Steiermark steil nach oben, sowohl im Winter als auch im Sommer – ein Zuwachs von 20%. Das stärkste Plus – 41% – machen ausländische Gäste aus. Für den Wintertourismus sind vor allem Tschechien und Polen interessant – „sportliche und naturverbundene Leute“. Bei der Vermarktung müsse man „weg vom klassischen Marketing“, betonte der Experte, „hin zum Erzählen von Geschichten.“ Die Schönheit der Steiermark spiegle sich im sehr bekannten Grünen-Herz-Logo wider – Emotionen, auf die man bauen müsste. In dieselbe Kerbe schlug Theresa Haid, Geschäftsführerin des Vereins Vitalpin. Die in Tirol ansässige Interessenvertretung für den alpenweiten Tourismus setzt ganz auf ein Marketing der Emotionen: „Obwohl 90% der Menschen genau wissen, dass der Tourismus Milliarden an Umsatz generiert und für Wertschöpfung und Arbeitsplätze sorgt, ist man kritisch“, weiß die Expertin. Man müsse das Thema emotionalisieren und konkrete Angebote machen, wie effiziente Mobilität oder attraktive Pakete für Kinder.

„Wir müssen die Leute auf die Schi bringen“ war auch das Fazit von Georg Knopp, der für die AUVA als Schisicherheitsexperte tätig ist. Aus Umfragen weiß er, dass die viel zitierten „teuren Liftkarten“ gar nicht der Grund dafür sind, dass das Schifahren bei Kindern und Jugendlichen immer weniger beliebt wird. Der Hauptgrund für fehlendes Interesse an den Brettern sei, dass es „zu anstrengend“ sei. Die Fitness der Kinder würde zu wünschen übrig lassen – hier müsse man ansetzen, betonte er. Aber auch „die Eltern fahren nicht“ sei ein häufig genannter Grund für das Nicht-Schifahren, sagte der Experte. Außerdem sei bei Volksschullehrkräften die Schiausbildung nicht mehr Pflicht, sodass weniger Kinder auf der Piste landen. Mit Kursen zu Schisicherheit könnte man die Erwachsenen aber dennoch abholen, betonte er: Richtiges Verhalten auf der Piste, korrekter Umgang mit der Ausrüstung, Erste Hilfe, Rettungskette – mit diesen Themen hält die AUVA an die 300 Lehrveranstaltungen pro Jahr in den Schulen und schafft so Interesse für den Schisport – Voraussetzung für den Erfolg der steirischen Lift- und Seilbahnenbetreiber.