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Viele offene Fragen zum Start der Seilbahnen

WB Landesobmann Präsident Josef Herk. ©Markus Jöbstl

Fabrice Giradoni, Obmann der Seilbahnen und Betreiber der Berglifte Stuhleck. ©Lunghammer

Dir. Georg Bliem, zuständig für die Planai-Hochwurzen-Bahnen, Dachstein und den Wilden Berg in Mautern.

Regierung und Beamtenschaft sind zur Eile gefordert!

Die steirischen Seilbahnen stehen noch immer im Ungewissen, was ihren Betrieb betrifft. Mit der Öffnung des Tourismus am 29. Mai sollten auch die Seilbahnen wieder starten, doch ob der Start wirklich kommt und wie die Rahmenbedingungen aussehen, kann niemand sagen. Herk und Giradoni fordern, dass das zögerliche Veröffentlichen der Verordnungen durch die zuständigen Ministerien ein Ende haben muss, die UnternehmerInnen brauchen Planbarkeit.

Die Corona-Krise und der damit verbundene Lockdown hat den Seilbahnbetrieben mehr als einen Monat, in einer ohnehin schon kurzen Saison, gekostet. Ein Ende der Beförderungssperre wurde zwar für den 29. Mai angekündigt, doch eine Verordnung, wie die Öffnung erfolgen kann, gibt es dazu noch nicht. Die Seilbahnen tragen einen wichtigen Teil zum steirischen Tourismus bei und hier bedarf es genügend Vorbereitungszeit. Schließlich geht es um die Sicherheit der Menschen und auch die MitarbeiterInnen müssen das in ihren Familien planen.

„Das Ministerium muss die notwendigen Verordnungen endlich veröffentlichen“, mahnt WB Landesobmann Präsident Josef Herk zur Eile. „Viele Betriebe stehen mit dem Kopf zur Wand. Sie hoffen mit jedem Tag, dass sich der Schleier lichtet und sie endlich wissen, unter welchen Voraussetzungen sie den Betrieb wieder starten können. Seilbahnen können nicht von heute auf morgen einfach losstarten, da braucht es Vorlaufzeiten“, betont Fabrice Giradoni, Obmann der Seilbahnen und Betreiber der Berglifte Stuhleck.

Die Seilbahnbetreiber bereiten sich schon intensiv auf die Öffnung vor
Man habe sich mit einem Arbeitsmediziner alles genau angeschaut, sagt Georg Bliem, zuständig für die Bergbahnen auf Planai, Hochwurzen, Dachstein und den Wilden Berg in Mautern: „Daraus ist quasi ein Drehbuch geworden, beginnend vom Betreten der Seilbahnhalle, wie schaut es aus bei den Kassen- und Kontrollstellen, wie funktioniert der Gondeleinstieg, wie der Ausstieg.“

Schnelle Klarheit gefordert
Bliem geht von einer Schutzmaskenpflicht in den Gondeln und Kabinenbahnen aus. Um Klarheit zu haben und auch um das notwendige Personal einplanen und schulen zu können, müsse die Bundesregierung den fixen Starttermin so schnell wie möglich kommunizieren und die Details regeln, fordert auch Fabrice Girardoni, Obmann der steirischen Seilbahnen und Betreiber der Berglifte Stuhleck. „Da geht es um die Kabinenbelegung, um die Organisation der Abläufe, bevor die Leute in die Seilbahnen einsteigen können, wo sie ihre Karten kaufen können, wie viele Leute auf den Berg dürfen. Die Seilbahnen gehen davon aus, wo wir ja zum öffentlichen Verkehr gehören, dass sie die gleichen Vorschriften bekommen, wie sie für den öffentlichen Verkehr gelten, und genau darauf bereiten sie sich auch vor“, so Girardoni.

Zuversicht bleibt
Die Politik hat das Gefahrenpotential des Corona-Virus rechtzeitig erkannt und schnell Schritte zur Eindämmung gesetzt. Der Fahrplan für das Wiederhochfahren kommt aber ständig ins Stocken, weil die notwendigen Verordnungen zu spät kommen, bis zum Inkrafttreten oftmals geändert werden oder weil auf Berufsgruppen schlicht vergessen wurde. „Ich appelliere an die Politik jetzt rasch Entscheidungen zu treffen und an die MitarbeiterInnen in den zuständigen Behörden, die Relikte der österreichische Beamtenmentalität - sich bei jedem Akt zigfach abzusichern, abzulegen“, betont Josef Herk.

Schon in der Wintersaison habe der Lockdown Mitte März enorme Umsatzeinbußen gebracht – man musste einen Monat vor Ende der Saison zusperren, so Girardoni. Auch für den Sommer rechnet man mit starken Umsatzeinbußen, wenngleich diese möglicherweise nicht so hoch sein dürften wie ursprünglich befürchtet, hofft Planai-Geschäftsführer Bliem: „Vor einigen Wochen waren wir durchaus noch pessimistisch bei der Beurteilung der Sommersaison. Zwischenzeitlich – durch die Öffnung des deutschen Reisemarktes, aber auch durch das starke Interesse der Österreicher an einem Urlaub in den Bergen – sind wir aber wieder zuversichtlich und rechnen mit maximalen Rückgängen von 25 bis 30 Prozent.“