Neue Zwischenstütze der Säntisbahn steht

Schwägalp, 24. Juli 2026 – Die neue Zwischenstütze der Säntisbahn steht: In nur drei Wochen wurde die 43 Meter hohe und 160 Tonnen schwere Stahlkonstruktion errichtet. Sie markiert ein zentraler Meilenstein im Projekt «Säntis 2026». Anfang August folgt mit dem Einzug der neuen Tragseile die nächste wichtige Bauphase.

Was für die Projektbeteiligten vor mehreren Jahren mit Planungen, Berechnungen und Bewilligungsverfahren begonnen hat, ist nun von Weitem sichtbar: Hoch über der Schwägalp ragt die neue Zwischenstütze der künftigen Säntisbahn in die Höhe.


Viele Gäste können die markante Konstruktion derzeit nur aus der Ferne betrachten. Wer zu Fuss in Richtung Säntis unterwegs ist, erhält jedoch einen eindrücklichen Einblick in die Dimensionen der Baustelle und den Fortschritt des anspruchsvollen Neubauprojekts.


Rückbau schafft Platz für die neue Anlage


Anfang Juni 2026 begannen die Rückbauarbeiten an den bisherigen Stützen 1 und 2. Innerhalb von rund zwei Wochen konnten beide Anlagen wie geplant zurückgebaut werden.


Von der ehemaligen Stütze 1 bleibt das erste Geschoss vorerst bestehen. Es dient beim bevorstehenden Einzug der neuen Tragseile als temporäre Hilfskonstruktion: Umlenkrollen führen die Seile über das Gelände und halten sie während des Einzugs sicher vom Felsen fern.


Dank guter Wetterbedingungen konnten die Arbeiten unter der Leitung von Thierry Burtscher von der Garaventa AG weitgehend planmässig ausgeführt werden. Durchschnittlich waren sechs Monteure gleichzeitig auf der Stützenbaustelle im Einsatz. Eine besondere Herausforderung stellte der zeitweise starke Wind dar, da zahlreiche Arbeiten in Höhen von bis zu 45 Metern ausgeführt werden mussten.


«Auf einer Baustelle in dieser Höhenlage können Wind und Wetter den Arbeitsablauf innert kürzester Zeit verändern. Umso erfreulicher ist es, dass die Arbeiten bislang weitgehend nach Terminplan und unfallfrei verlaufen sind», erklärt Thierry Burtscher.


Eine Zwischenstütze statt zwei


Im Gegensatz zur bisherigen Bahn wird die neue Säntisbahn künftig mit nur einer Zwischenstütze betrieben. Umfangreiche Analysen haben bestätigt, dass diese Lösung trotz der anspruchsvollen Topografie realisierbar ist.


Dafür wurde die neue Zwischenstütze breiter und massiver ausgeführt als die bisherige Stütze 2. Im Bereich der Stütze beträgt die Spurbreite zwischen den beiden Kabinen 15,2 Meter. Zudem kommen stärkere Tragseile zum Einsatz, um die etwa doppelt so hohen Zugkräfte sicher aufzunehmen und abzuleiten. Zusätzliche Felsverankerungen erhöhen die Stabilität der gesamten Stützenkonstruktion.


Der Entscheid für eine einzige Zwischenstütze wurde auch mit Blick auf das Landschaftsbild getroffen. Zwar ist die neue Stütze etwas grösser als die bisherige Stütze 2. Durch den Wegfall der bisherigen Stütze 1 reduziert sich jedoch die Zahl der Bauwerke im Gelände. Zudem können zusätzliche Lawinenschutzbauten vermieden werden. Insgesamt wird das Landschaftsbild dadurch weniger beeinträchtigt, während gleichzeitig ein sicherer Bahnbetrieb gewährleistet bleibt.

Stabile Basis im Fels


Die Fundamente der neuen Zwischenstütze wurden bereits im Sommer 2025 erstellt. Rund 420 Kubikmeter Beton verteilen sich auf vier massive Fundamentblöcke, welche die Stahlkonstruktion sicher tragen.


Zusätzlich sichern 16 schräg in den Felsen eingebohrte Anker die Konstruktion dauerhaft im karstigen Gelände. Je nach Lage sind sie für Zugkräfte von bis zu 75 beziehungsweise 100 Tonnen ausgelegt.


Präzise Montage unter anspruchsvollen Bedingungen


Für die Montage kam ein 55 Meter hoher Baukran zum Einsatz. Aufgrund des felsigen Geländes und der fehlenden ebenen Flächen erwies sich diese Lösung als effizienteste Methode für die Errichtung der Stahlkonstruktion.


«Im Vergleich zu alternativen Hebevorrichtungen oder Helikoptertransporten konnten mit dem Baukran die Montagezeiten reduziert und die Arbeitsabläufe optimiert werden», ergänzt Thierry Burtscher.


Nachdem die ersten Elemente errichtet waren, wurde die Konstruktion durch einen Geometer vermessen und exakt auf die Bahnachse ausgerichtet. Diese Präzision ist entscheidend, damit die spätere Seilführung zuverlässig funktioniert.


Alpiner Zwischenausstieg bleibt erhalten


Innerhalb von drei Wochen wurden die Stahlkonstruktion, die Plattform und das hydraulisch betriebene Klapppodest vollständig errichtet. Das Podest wurde am Boden vormontiert und anschliessend mit dem Baukran an seine endgültige Position gehoben.


Das Klapppodest ermöglicht auch bei der neuen Säntisbahn einen Zwischenhalt mit Ein- und Ausstieg. Der Zwischenausstieg befindet sich auf 2267,25 Metern über Meer. Insgesamt führen etwa 170 Treppenstufen zur Zwischenstütze hinauf. Vom Zwischenausstieg reicht der eindrückliche Blick über die Schwägalp hinaus bis zum Bodensee und zum Zürichsee.


Verpflegung und Übernachtung auf dem Säntisgipfel


Unter der Woche werden sämtliche Monteure, die an der Bergstation und der Zwischenstütze im Einsatz stehen, auf dem Gipfel verpflegt. Ein internes Team der Säntis-Schwebebahn, bestehend aus Bahnmitarbeitenden und Küchenhilfen, ist in dieser Zeit für die Verpflegung, Unterkunft und Unterstützung von bis zu 25 Bauarbeitern zuständig.


Nächster sichtbarer Schritt: Einzug der Tragseile


Mit dem Aufrichten der Zwischenstütze ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Nun folgen weitere Installationen, das Ausbetonieren der Stützenfüsse und anschliessend verschiedene Kontrollen.


Der Abbau des Baukrans ist bei guter Witterung bereits für den 5. August vorgesehen. Dabei kommt erneut ein AS332 Super Puma C1 der Heliswiss zum Einsatz, der die einzelnen Kranelemente aus dem anspruchsvollen Gelände ausfliegen wird. Die Arbeiten werden ab Mittag durchgeführt. Aktuelle Informationen zur Durchführung erhalten Interessierte über den WhatsApp-Kanal der Säntis-Schwebebahn.


Anschliessend beginnt der Einzug der Tragseile. Für jedes einzelne Seil sind rund zwei Wochen Arbeitszeit vorgesehen.

Bilder: Säntisbahn