Talenteschmieden des Wintersports: Kleine Skigebiete als große Stars bei der Branchentagung der steirischen Seilbahnen
Am 8. September 2026 fand in Obdach die Branchentagung der steirischen Seilbahnen statt. Sie stellte heuer jene in den Mittelpunkt, die oft abseits der großen Schlagzeilen stehen: die kleinen Skigebiete. Sie sind Trainingsstätten für den Nachwuchs, Treffpunkte für Familien und Vereine und gelten als „Nahversorger für den Wintersport“. Bei der Tagung tauschten sich Expertinnen und Experten über Chancen und Herausforderungen der Familienskigebiete aus. Als Keynote-Speakerin war Ski-Legende Renate Götschl dabei, die unweit vom Tagungsort das Skifahren erlernte.
Ihre Karriere steht exemplarisch für den Weg vom Zauberteppich auf die WM-Piste: Ski-Legende Renate Götschl war als Ehrengast und Speakerin zur Branchentagung der steirischen Seilbahnen am 8. September 2026 in Obdach gekommen, in jene prachtvolle Gegend, in der sie ihre ersten Schwünge zog. „Der erste Schritt zum Spitzensport ist die Trainingspiste – und die gibt es oft nur in den kleinen Skigebieten. Wenn die Kinder zum Lift zu Fuß gehen können und dann sehen, wie jemand auf der großen Piste durch die Tore fährt: Dann entsteht Leidenschaft“, erzählte die Sportlegende. „Kleine Skigebiete sind die Nahversorger vor Ort, sie sind unverzichtbar“, betonte Daniel Berchthaller, Obmann der FG Seilbahnen in der WKO Steiermark, mehrfach auf der Tagung, die dieses Jahr ganz im Zeichen der „Kleinen“ stand, die Großes leisten. Die Familienskigebiete sind ein wichtiger Teil der Familie der steirischen Seilbahnen, die insgesamt 14 Gondelseilbahnen, um die 80 Skigebiete und rund 1.000 Pistenkilometer umfassen. In den 4,1 Millionen Ersteintritten die jährlich in der Steiermark erfolgen, sind viele Fahrten mit Schleppliften noch gar nicht erfasst, betonte Berchthaller. „Wir machen uns kleiner, als wir sind“, appellierte Berchthaller an die Schleppliftbetreiber: „Erfasst eure Daten bitte korrekt … damit die Zahl noch steigen kann!“
Groß unterstützt Klein
Damit die kleinen Skigebiete ihre Rolle als „Talenteschmieden des Wintersports“ weiterhin erfüllen können, brauche es Rahmenbedingungen, da waren sich alle Expertinnen und Experten bei der Branchentagung einig. Dass Unterstützung dabei auch von ganz „großer“ Seite kommen kann, zeigte Peter Lingenhel, Gebietsverkaufsleiter der Firma Doppelmayr. Der Weltmarktführer für Seilbahntechnik ist vermeintlich auf die kleinen Skigebiete als Auftraggeber nicht angewiesen, trotzdem sieht das Unternehmen seine Verantwortung besonders dort, wo der Wintersport seine Basis hat. „In kleinen Skigebieten, entsteht Begeisterung für den Wintersport“, betonte Lingenhel. „Sie sind auch wichtige soziale Treffpunkte für Familien, Vereine und Schulen.“ Von den jährlich rund 100 bis 120 Kundenprojekten des Unternehmens entfallen nach wie vor etwa zehn bis 15 auf neue Schlepplifte. Das Unternehmen unterstützt auch bei der Modernisierung bestehender Anlagen, selbst wenn diese ursprünglich von anderen Herstellern stammen. „Es ist nicht immer gleich eine ganz neue Anlage erforderlich“, so Lingenhel. „Mit Upcycling geben wir Liftanlagen ein zweites Leben.“
Wintersport als Frage der Lebensqualität
Einen etwas anderen Blick auf die Bedeutung der Seilbahnen warf anschließend Klaus Grabler vom Marktforschungsinstitut Manova. Er stellte die Frage, was Lebensqualität eigentlich ausmacht, und identifizierte vier Bereiche, zu denen die Seilbahnen wesentlich beitragen: Naturerlebnis, Freizeit und Erholung, Gemeinschaft sowie wirtschaftliche Stärke und Arbeitsplätze. Gerade kleinere Skigebiete, so der Experte, punkten hier auf allen Ebenen. Wintersport und Tourismus sorgen für Wertschöpfung, Arbeitsplätze und eine funktionierende Infrastruktur in den Regionen – und sie bringen die Leute zusammen. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, wie die Menschen über das Erlebnis Berg denken und was sie am liebsten machen, wenn sie in den Bergen urlauben: 35 bis 40 % der Steirerinnen und Steirer bis 70 betreiben aktiv Wintersport und 64 % der Gesamtbevölkerung finden Skifahren „cool“. 74 % der Nächtigungsgäste in den steirischen Bergregionen kommen zum Skifahren und Snowboarden, während 40 % wandern gehen. „Sommer- und alternative Bergangebote werden relevanter, aber der Wintersport ist nach wie vor der große Motor“, betonte Grabler.
Technik: einfacher, aber nach wie vor sicher
Für die kleineren Skigebiete relevant ist auch eine geplante Verordnung über genehmigungsfreie Bauvorhaben, berichtete Christian Felder vom Technikerkomitee. Sie soll bestimmte Umbauten und Anpassungen an bestehenden Anlagen künftig ohne aufwendiges seilbahnrechtliches Genehmigungsverfahren ermöglichen, aber natürlich unter klar definierten Voraussetzungen und weiterhin mit fachlicher Prüfung, Dokumentation und technischer Verantwortung. Ziel sei es, Verfahren zu vereinfachen und zu beschleunigen, ohne die hohen Sicherheitsstandards der Seilbahntechnik abzusenken. Als weiterer Schwerpunkt berichtete er über die Sicherheit im laufenden Betrieb und bei Revisionen. Entscheidend sei ein gut laufendes Zusammenspiel von Mensch, Maschine und Organisation. „Gefährdung erkennen, umsetzen und dokumentieren“, lautet seine zentrale Empfehlung.
Auch neue technische Entwicklungen wie automatisierte, unbesetzte Stationen und die dafür überarbeiteten Brandschutzanforderungen zeigen, wohin die Reise geht: Die Seilbahntechnik wird immer effizienter und flexibler, aber die Verantwortung für einen sicheren Betrieb bleibt.
100 Jahre Seilbahnen: österreichweite Kampagne
Zum Abschluss gab Nadine Illetschko vom Fachverband Seilbahnen einen Überblick über aktuelle Branchen- und Verbandsthemen – von den Neuerungen im Kollektivvertrag über Energieeffizienz und Nachhaltigkeitsberichterstattung bis hin zu Ausbildung und Employer Branding. Im Mittelpunkt stand jedoch ein großes Jubiläum: Zwischen Juni 2026 und Jänner 2028 feiern mehrere österreichische Seilbahnen ihr 100-jähriges Bestehen. Der Fachverband will diese einzelnen Jubiläen zu einer gemeinsamen österreichweiten Kampagne verbinden. „Das ist eine einmalige Chance, die wir ergreifen müssen“, so Illetschko. Unter dem Namen „Jahrhundertticket“ werden außerdem 100 Tickets verlost, die ein Jahr lang die Nutzung aller österreichischer Seilbahnen ermöglichen. Das Jubiläum soll damit auch Wissen über die Geschichte und Leistungen einer Branche vermitteln, die zum Herzstück des steirischen Tourismus gehört.
Rückblickend resümiert Daniel Berchthaller zur steirischen Seilbahntagung: „Es war ein voller Erfolg, der Austausch zwischen den großen und den kleinen Skigebieten in der Steiermark ist hervorragend und von diesen Gesprächen profitieren beide Seiten. Die Stärkung und der Erhalt der kleinen Gebiete in der Steiermark ist essenziell für unseren Skinachwuchs.“
Fotocredit: Anita Fössl/sbt
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Vizebürgermeister Obdach und Prokurist Skilifte Obdach Klaus Moitzi, Nationalrat und WKÖ-Fachverbandsobmann Seilbahnen Franz Hörl, Speedqueen Renate Götschl, Fachgruppenobmann Daniel Berchthaller, Fachgruppengeschäftsführer Oliver Käfer und Patrick Stocker vom Skigebiet Rieseralm
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CEO Gerhard Fladenhofer von der Hydrosnow GmbH, Ing. Karl Prammer - Austrian Seilbahnpartner.
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Gute Stimmung schon vor der Tagung im Eingangsbereich vom Gasthof Grillitsch in Obdach.
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Peter Weichbold GF der Planai- Hochwurzen-Bahnen, Fachgruppenobmann Daniel Berchthaller, CEO Frey Austria Ing. Karl Prammer.
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Musikalische Umrahmung mit den Kathaler Buam.
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Das Verkaufs-Team von Kässbohrer.
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Peter Weichbold, Klaus Hönigsberger, Oskar Schenk von DEMACLENKO.
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Moderator Hannes Kargl, Daniel Berchthaller, CEO Wolfgang Wild von Almholz.
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Prokurist Ing. Wolfgang Gerold und CEO Mag. Karl Fussi von der Murtal Seilbahnen Betriebs GmbH mit CEO Ing. Christian Lang von Pronatour.
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Mag. Nadine Illetschko vom Fachverband der Seilbahnen, Prokuristin Mag. Alexandra Fuchs von der Riesneralm, Donnersbachwald.
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Verkaufsleiter Stefan Steiner von Meingast mit Speed Queen Renate Götschl, CEO Wolfgang Wild.
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Ein gut gelaunter NR Franz Hörl.
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Der Obmann des Steiermärkischen Skilehrerverbands Willi Kraml, Rösslwirt Gerhard Grillitsch mit Oliver Käfer.
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Ehrung für Klaus Hönigsberger von der WKO Steiermark für 46 Jahre Treue.