2 | 2026 49 alisierten sich auf Winterangebote und die Infrastruktur (Hotels, Lifte, Verkehr) wurde massiv ausgebaut. Gleichzeitig wurde Skifahren zum Breitensport – für Einheimische wie für Gäste. Heute steht der Skisport vor neuen Herausforderungen und Chancen: Klimawandel und Schneesicherheit, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz und die Diversifizierung hin zum Ganzjahrestourismus prägen die Entwicklung von Skigebieten zu Erlebnisräumen. ALPINE PARTNERSCHAFT: WIE SEILBAHNEN DIE LANDWIRTSCHAFT STÄRKEN Von der Fisser Gerste bis zu regionalen Wertschöpfungsketten Österreichs Seilbahnunternehmen leisten seit Jahrzehnten einen oft unterschätzten Beitrag zur Sicherung der alpinen Landwirtschaft. Historische Beispiele und aktuelle Kooperationen zeigen: Seilbahnen sind weit mehr als touristische Infrastruktur – sie sind ein stabiler Partner für bäuerliche Betriebe und regionale Kreisläufe. Ein Blick zurück verdeutlicht die enge Verbindung: In Fiss wurde bereits in den 1930er-Jahren mit der sogenannten Fisser Gerste eine robuste Getreidesorte kultiviert. Der entscheidende Faktor für ihren wirtschaftlichen Erfolg lag im Transport – mittels Materialseilbahnen gelangte die Ernte aus hochgelegenen Feldern ins Tal und konnte vermarktet werden. Was heute selbstverständlich erscheint, war damals ein Meilenstein für die Landwirtschaft im alpinen Raum. Diese Rolle hat sich bis heute weiterentwickelt. Moderne Seilbahnunternehmen fungieren zunehmend als verlässliche Marktpartner für regionale Produzenten. In vielen Skigebieten werden Lebensmittel gezielt von umliegenden Bauernhöfen bezogen und in Bergrestaurants verarbeitet. So entstehen stabile Absatzmärkte für Fleisch, Milchprodukte oder Spezialitäten – direkt dort, wo Gäste die Region erleben. Gleichzeitig sichern Seilbahnen die Bewirtschaftung alpiner Flächen. Almen und Wiesen bleiben erhalten, weil sie wirtschaftlich genutzt werden können – sowohl durch klassische Landwirtschaft als auch durch ergänzende Angebote wie Almwirtschaft oder Direktvermarktung. Die gepflegte Kulturlandschaft wiederum ist eine zentrale Grundlage für den Tourismus und damit auch für den Erfolg der Seilbahnen selbst. Hinzu kommt ein bewährtes Modell im ländlichen Raum: die Kombination aus Landwirtschaft und touristischer Beschäftigung. Viele bäuerliche Familien profitieren von zusätzlichen Einkommensmöglichkeiten im Umfeld der Seilbahnen und können ihre Betriebe dadurch langfristig sichern. Die Entwicklung ist klar erkennbar: vom reinen Transportmittel hin zum integralen Bestandteil regionaler Wirtschaftssysteme. Seilbahnen verbinden nicht nur Orte, sondern auch Branchen – und tragen damit wesentlich dazu bei, dass alpine Landwirtschaft in Österreich eine Zukunft hat. Der Bergsommer am Feuerkogel. Foto: TTG - Viktoria Hofauer
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