s&bt Magazin Ausgabe 02 | 26

60 2 | 2026 Nachhaltigkeitszertifizierungen sind im Tourismus längst mehr als ein Imagefaktor – sie entscheiden über Zukunftsfähigkeit, Glaubwürdigkeit und Wettbewerbsstärke von Destinationen und Betrieben. „Hat man sich zuvor mit dem Thema Nachhaltigkeitszertifizierungen noch nicht befasst, können die vielen verschiedenen Labels im DACH-Raum und Italien jedoch für Verwirrung sorgen. Daher ist Aufklärung wichtig und ein Vergleich notwendig. Der Irrglaube, dass man in der eigenen Region die größten Hürden hat, ist weit verbreitet. Die Experten sollen im Rahmen der VITALPIN-Veranstaltung für Klarheit sorgen“, erklärt Manuel Lutz, Geschäftsführer von VITALPIN. Zudem soll das Format auch Platz für eine kritische Diskussion sein. Zertifizierungen sind für Unternehmen auch sehr zeitaufwändig und kostenintensiv. „Daher müssen sie auch einen Mehrwert darstellen. Für den Betrieb. Den Gast. Unsere Umwelt und damit natürlich auch den Einheimischen. Mit solchen Formaten sollen Probleme diskutiert und Barrieren abgebaut werden“, hält Lutz fest. Jede Zertifizierung bringt eigene Merkmale und Anforderungen mit und es gibt keine universelle Lösung – vielmehr kann jeder Tourismusbetrieb eine geeignete Option finden. Paolo Agnelli vom Terra Institute macht dies deutlich, indem er aktuelle Nachhaltigkeitszertifizierungen vergleicht und aufzeigt, warum Nachhaltigkeit heute ein zentraler strategischer Erfolgsfaktor im Tourismus ist. So sind Zertifizierungen formelle, von unabhängigen Stellen geprüfte Verfahren, während Labels vor allem als sichtbares Kennzeichen zur Kommunikation bestimmter Nachhaltigkeitsleistungen nach außen dienen. Das Zertifizierungsdilemma: Für kleine Betriebe sind Zertifizierungen häufig nur schwer erreichbar. Viele Anbieter sowie lokale Akteure ermöglichen daher den Einstieg mit niederschwelligen Labels. Vor dem Hintergrund der neuen EU-Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher für den grünen Wandel, die seit September 2026 verpflichtend gilt, warnt Agnelli vor unzulässigen Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Sogenannte „Vage Green Claims“, nicht zertifizierte Labels oder Aussagen zur Klimaneutralität auf Basis von Kompensation sind künftig verboten. Gleichzeitig plädiert er gegen Greenhushing: Wer Nachhaltigkeitsbemühungen verschweigt, vergibt Chancen auf Positionierung, Feedback und gesellschaftliche Wirkung. Zertifizierungen sollten daher nicht als Endziel angesehen werden, sondern als strategisches Werkzeug mit klaren Vorteilen – von Kosteneinsparungen und besseren Finanzierungsbedingungen über stärkere Reputation bis hin zu höherer Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz. „Die Zukunft gehört nachhaltigen Unternehmen. Ein strukturierter Nachhaltigkeitsprozess ist der Schlüssel, um Chancen zu nutzen und Ihr Unternehmen zukunftsfähig zu machen“, so Agnelli. Manuel Lutz von Vitalpin lud als Gastgeber zu der Veranstaltung zum Thema Nachhaltigkeitszertifizierungen. Vier Länder, vier unterschiedliche Voraussetzungen? Im Rahmen einer VITALPIN WissensreiheVeranstaltung zum Thema Nachhaltigkeitszertifizierungen zeigte sich, dass verschiedene Labels im DACHI-Raum zumeist auf den gleichen Kriterien beruhen. Dennoch gibt es oft verschiedene Hürden. Zwischen Greenhushing und Zertifizierungsdilemma BUSINESS & MARKETING Fotos: Vitalpin (4) Lech Zürs Tourismus ist gerade am Weg zum Österreichischen Umweltzeichen. Maßnahmen wie z.B. die BiomasseWärmeversorgung wodurch jährlich 24.000 Tonnen CO2 eingespart werden, sollen so sichtbar werden. Südtirol ist indes weltweit die Region mit den meisten GSTC-zertifizierten Destinationen. Die Schweiz hat auch ohne EU-Vorgaben den gleichen Weg eingeschlagen. Zudem warnt VITALPIN vor Greenwashing sowie Greenhushing. +6,03 +2,805 -0,02 Eichengasse Zufahrt / Zugang ESG ESG/ FIX ESG Wasserdicht ESG/ FIX Pultda extens Stahlstütze Stahlstütze

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