62 2 | 2026 Die vielen Vorteile von nachhaltigen Maßnahmen zeigen sich bereits in der Region Lech Zürs. Durch die Wahl, sich um das Österreichische Umweltzeichen zu bemühen, setzt Lech Zürs wie weitere Vorarlberger Destinationen nun auch ein starkes Zeichen. Sie zeigen nicht nur, dass nachhaltiger Tourismus machbar ist, sondern profitieren von regionaler Zusammenarbeit, nationaler Unterstützung und langfristigen Vorteilen für Gäste und Einheimische. Auch zertifizierte Betriebe berichten von klaren wirtschaftlichen Vorteilen: geringere Energie- und Betriebskosten, höhere Sichtbarkeit bei Reiseveranstaltern, Zugang zu Green Meetings & Events sowie eine stärkere Kundenbindung durch ein glaubwürdiges, verantwortungsvolles Image. Aktuell sind drei Betriebe in Lech Zürs zertifiziert, weitere 15 Betriebe bekunden konkretes Interesse. Aktuell sind 460 Beherbergungsbetriebe in Österreich mit dem Gütesiegel zertifiziert. Zudem konnten bereits 15 Tourismusdestinationen alle Kriterien für das grüne Gütesiegel erfüllen. Es gibt bereits einige erfolgreich umgesetzte Initiativen: 98 % der Betriebe sind an die Biomasse-Wärmeversorgung angeschlossen, wodurch jährlich rund 24.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Die Bergbahnen sind bereits nach ISO-Richtlinien zertifiziert und die Anzahl der Skigebietseintritte ist seit über 20 Jahren auf 14.000 begrenzt. Aufbauend darauf formuliert die Gemeinde das ambitionierte Vorhaben, bis 2026 mindestens 400 zertifizierte Betten zu erreichen. „Der Weg zu einer Zertifizierung ist keiner, den man einmal geht und der dann abgeschlossen ist. Es bedarf eines langen Atems und es ist ein Prozess, den man weiterlebt“, betont Projektleiterin Germana Nagler. Langfristig müssen sowohl Gäste als auch Einheimische spürbar erleben, dass sie sich in einer nachhaltig ausgerichteten Destination befinden. Um noch mehr Bewusstseinsbildung in den Betrieben zu schaffen und auf die Zertifizierung vorzubereiten, wurden u.a. Workshops angeboten. Daran möchte man auch im heurigen Jahr festhalten. Während Lech Zürs den Weg der kontinuierlichen Weiterentwicklung auf Destinationsebene beschreitet, setzt Südtirol auf ein strukturiertes, mehrstufiges Nachhaltigkeitsprogramm, das bewusst auf langfristige Transformation ausgelegt ist. Hannes Waldmüller von IDM Südtirol gibt Einblicke, wie das Nachhaltigkeitsprogramm Südtirol aufgebaut ist: „Südtirol hat nach einer Methodik gesucht, das Thema Nachhaltigkeit im Tourismus systematisch anzugehen. Daher wurde das Nachhaltigkeitsprogramm Südtirol gegründet. Dieses basiert auf den internationalen Kriterien des Globalen Rats für nachhaltigen Tourismus (Global Sustainable Tourism Council, GSTC) da viele führende Destinationen wie Slowenien, Norwegen u.a. ebenfalls nach diesem Standard arbeiten.“ Auf dieser Basis konnte sich die Region schnell eine Vorreiterrolle sichern: Südtirol ist weltweit die Region mit den meisten GSTC-zertifizierten Destinationen. Gleichzeitig legt die Region besonde- Reinhard Leitner (HGV) und Hannes Waldmüller (IDM) thematisierten „Gemeinsame Nachhaltigkeit: Das Nachhaltigkeitslabel Südtirol für Betriebe & Destinationen - Chancen, Kriterien und Best Practice“. Paolo Agnelli vom Terra Institut sprach über den „Vergleich aktueller Zertifizierungen und Labels: Nachhaltigkeit als strategischer Erfolgsfaktor“. BUSINESS & MARKETING
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