64 2 | 2026 ren Wert auf das eigene Nachhaltigkeitslabel Südtirol® – die in Italien registrierte Zertifizierungsmarke. Das Label bewertet nachhaltige Entwicklung ganzheitlich in den vier Bereichen Management, Sozioökonomie, Kultur und Ökologie und wird von zwei unabhängigen Zertifizierungsstellen vergeben. Aktuell sind bereits 17 Destinationen in Südtirol zertifiziert, was rund 75 Prozent der Tourismusorganisationen in Südtirol und rund 57% der Nächtigungen im Jahr 2025 entsprochen hat. Zudem befinden sich weitere acht Destinationen im Zertifizierungsprozess. „Ziel ist es, bis 2030 alle Destinationen in Südtirol in das Programm einzubinden,“ sagt Waldmüller. Auf Betriebsebene wurden bislang 265 von rund 11.000 Unterkunftsbetrieben ausgezeichnet. Aufgrund der klaren Aufgabenteilung im Tourismus ist dafür eine enge Zusammenarbeit mit starken Partnern wie Tourismusorganisationen und Interessensverbänden – etwa dem HGV – notwendig, die den direkten Zugang zu den Betrieben haben. „Wir haben die Vision Südtirol, zum begehrtesten nachhaltigen Lebensraum Europas zu machen. Wir sind uns bewusst, dass wir eine hohe Tourismusintensität haben, die Tourismusgesinnung in der Bevölkerung abnimmt und der Klimawandel unumstritten ist“, nennt Waldmüller das Ziel. Reinhard Leitner, Leiter des Bereichs Nachhaltigkeit im Hotel- und Gastwirteverband Südtirol (HGV), erläutert Aufbau, Zielsetzung sowie das dreistufige Modell von Level 1 bis Level 3 auf betrieblicher Ebene. Das Label ermöglicht Betrieben aus Tourismus, Gastronomie und weiteren Sektoren einen schrittweisen Einstieg in die Nachhaltigkeit, fördert Sichtbarkeit nach außen und setzt auf kontinuierliche Weiterentwicklung statt Perfektion. Die Bedeutung nachhaltigen Handelns in der Tourismusbranche wird auch von Martina Hollenstein Stadler von Mounteco hervorgehoben, die den Betrieben und Destinationen Nachhaltigkeit als grundlegende Haltung empfiehlt. In der Schweiz sorgt das Programm Swisstainable für eine klare und verständliche Kennzeichnung nachhaltiger Angebote, da die Vielzahl unterschiedlicher Labels für Gäste oft unübersichtlich sein kann. Zudem fördert es eine zukunftsorientierte Entwicklung des Tourismus und stärkt die Positionierung der Schweiz als nachhaltige Tourismusdestination. Für Gäste bietet das Label wertvolle Orientierung und Transparenz in Bezug auf nachhaltige Angebote. Aktuell sind in der Schweiz rund 2.500 Betriebe sowie 15 Destinationen Swisstainablezertifiziert. Davon werden 59 % der Betriebe als „committed“, 22 % als „engaged“ und 19 % als „leading“ eingestuft. Hollenstein Stadler berichtet zudem, dass viele Betriebe ihre eigene Nachhaltigkeitsleistung zu Beginn überschätzen. „Wenn man sich auf den Prozess einlässt, dann sagen alle dasselbe: Dass sie ganz viel über den eigenen Betrieb und wie er funktioniert gelernt haben“, so Martina Hollenstein Stadler. PR vitalpin.org Infos zu VITALPIN: Der gemeinnützige, unpolitische Verein versteht sich als Redaktionsservice und Kommunikationsmanufaktur und schafft bei kontroversen Themen Klarheit, widerlegt mit Fakten falsche Informationen und stärkt das Bewusstsein für die Notwendigkeit des Tourismus in den Alpen. VITALPIN arbeitet als Brückenbauer und Sprachrohr und vermittelt zwischen Unternehmen und Menschen im Alpenraum mit dem Ziel, nachhaltige Lösungen für alle Beteiligten zu finden und einen funktionierenden Tourismus zu sichern. VITALPIN-Mitglieder sind Unternehmen quer durch alle Branchen, die von und mit dem Tourismus direkt sowie indirekt leben. „Der Weg zum österreichischen Umweltzeichen: Aktuelle Insights und neue Perspektiven“ wurde von Germana Nagler (Lech Zürs Tourismus GmbH) vorgetragen. Martina Hollenstein Stadler (Mounteco GmbH) berichtete in ihrem Referat über „Leben statt Kleben: Nachhaltigkeit in der Praxis im Schweizer Tourismus“. Foto: Fotografie Andrea Badrutt, Chur Foto: Vitalpin BUSINESS & MARKETING
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