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Skigebietsverbindung Kühtai-Hochoetz

Präsentierten den aktuellen Projektstand: Hansjörg Falkner (Bürgermeister Oetz und Aufsichtsratsvorsitzender Bergbahnen Hochoetz), Mario Gerber (Landtagsabgeordneter und Unternehmer im Kühtai) und Philip Haslwanter (GF Bergbahnen Kühtai). © Bergbahnen Kühtai / Bergbahnen Hochoetz

In der aktuellen Projektstudie sind drei Seilbahnen für die Verbindung vorgesehen. © Bergbahnen Kühtai / Bergbahnen Hochoetz

Verantwortliche setzen auf umsichtige Planung und freiwillige Vorprüfungen

Seit zehn Jahren gibt es einen Kartenverbund zwischen den beiden sowohl bei Einheimischen wie Gästen sehr beliebten Skigebieten, mittelfristig soll es eine Verbindung geben. Bei den Planungen setzen die beiden Bergbahnen Hochoetz und Kühtai auf Behutsamkeit. Ein Vorprojekt wurde 2017 freiwillig eingereicht, vom Land Tirol geprüft und befunden, dass keine grundsätzlichen Ausschließungsgründe gegen das Projekt sprechen. Im Dezember 2018 wurde ebenfalls freiwillig ein Umweltverträglichkeitskonzept abgegeben – erst auf dieser Basis soll das Detailprojekt ausgearbeitet werden. Halbwahrheiten und Gerüchte wollen die Betreiber aus dem Weg räumen – so sind etwa die Feldringer Böden von der neuen Verbindung nicht betroffen.

Die Bergbahnen Kühtai und Hochoetz beschäftigen sich schon seit vielen Jahren mit einer möglichen Verbindung der Skigebiete. „Besonders wichtig war es uns dabei immer, das Projekt auf Herz und Nieren zu prüfen, bevor wir für eine konkrete Entscheidung den Weg einer Umweltverträglichkeitsprüfung beschreiten“, betont Hansjörg Falkner, Bürgermeister von Oetz und Aufsichtsratsvorsitzender der Bergbahnen Hochoetz. „Da inzwischen jedoch sehr viele Informationen, die zum Teil nicht dem tatsächlichen Status quo entsprechen, ‚herumgeistern‘ bzw. bewusst gestreut werden und so den Weg auch bis ins deutsche Hauptabendprogramm gefunden haben, ist es uns wichtig, über den tatsächlichen Projektstand umfassend zu informieren“, so Falkner.

Behutsame Vorgangsweise & freiwillige Vorprüfungen. Im Jahr 2015 wurde die Firma ILF Consulting Engineers beauftragt, bereits bestehende Ideen in alle Richtungen – u.a. in den Bereichen Umweltschutz, Wirtschaftlichkeit, technischer Machbarkeit etc. – zu prüfen. Aus insgesamt fünf Varianten kristallisierte sich ein Projekt heraus, das in einer weiteren Phase als Vorprojekt ausgearbeitet wurde, um es – diese freiwillige Möglichkeit bietet das Land Tirol Projektwerbern an – für eine Stellungnahme bei der Behörde einzureichen. „Dies ist im Mai 2017 erfolgt. Im April 2018 haben wir die Stellungnahme erhalten, dass gegen das eingereichte Vorprojekt keine grundsätzlichen Ausschließungsgründe vorliegen“, fasst Philip Haslwanter, GF der Bergbahnen Kühtai, die bisherige Historie zusammen: „Das Abwarten dieser Stellungnahme war uns für die Planungssicherheit wichtig. Erst nach dem Erhalt starteten wir erste informelle Gespräche mit den Grundbesitzern – Gemeinden bzw. Agrargemeinschaften. Auch hier ergaben sich erwartungsgemäß Änderungswünsche, da Einwände von Grundbesitzern natürlich zu berücksichtigen sind“.

Aktueller Projektstand: UVE kommt vor UVP. Auf Basis dieser Gespräche wurde dann ein Umweltverträglichkeitskonzept erarbeitet. „Das Umweltverträglichkeitskonzept ist im Rahmen einer Umweltverträglichkeitserklärung sozusagen die ‚Inhaltsangabe‘ zum gesamten Projekt“, betonen die beiden Bergbahnverantwortlichen. „Auch hierfür bietet die Behörde an, dieses Konzept – wiederum freiwillig – vorab zu prüfen. Dieses Angebot haben wir nun ebenfalls gerne in Anspruch genommen und das Umweltverträglichkeitskonzept am 21. Dezember 2018 eingereicht. Mit einer Stellungnahme dazu ist frühestens Ende März zu rechnen, eine Einreichung des anschließend auszuarbeitenden Detailprojektes zur Umweltverträglichkeitserklärung nach UVP-Gesetz ist so frühestens zwei Jahre später möglich“, betonen Falkner und Haslwanter zum aktuellen Projektstand.

Gerüchten & Halbwahrheiten begegnen wir mit Fakten. Die aktuell betriebene Polemik von Projektgegnern müsse man zur Kenntnis nehmen, ihr aber jetzt auch konsequent entgegentreten, sind sich Falkner und Haslwanter einig: „Unser Bestreben war es immer, mit Daten und Fakten, die einer Überprüfungen stand halten, an die Öffentlichkeit zu gehen und keine Unsicherheiten zu verbreiten. Leider wird derzeit aber ein sehr einseitiges Bild gezeichnet, das mit der Realität nichts zu tun hat. Dagegen verwehren wir uns und wollen den Gerüchten und Halbwahrheiten offensiv begegnen“.

Die Feldringer Böden bleiben unberührt. Konkret seien in der aktuellen Projektstudie drei Seilbahnen für die Verbindung vorgesehen - und nicht fünf wie von Kritikern behauptet. Liftstützen oder Pisten im Gebiet der Feldringer Böden werde es mit Sicherheit nicht geben – auch wenn Kritiker diese Unwahrheit derzeit noch so oft verbreiten würden. Zudem sei auch keine Talabfahrt geplant und auch die Sommernutzung ausgeschlossen. In der zu errichtenden Bergstation auf dem Schafjoch werde es neben Toiletten auch ein Restaurant geben. „Après Ski mit lauter Musik wird man hier – entgegen den irreführenden Behauptungen – nicht finden. Und aufgrund der begrenzten Öffnungszeiten ist abendliche Ruhe garantiert“, betonen Falkner und Haslwanter unisono.

Wichtiger Impuls für die Bevölkerung. „Die angestrebte Verbindung hat für uns vor allem langfristige Bedeutung. Wir erinnern uns in Oetz sehr gut an die 1990er Jahre, als unser Skigebiet massiv unter Druck stand. Ohne den damals erfolgten Ausbau stände der Ort wirtschaftlich und touristisch heute nicht da, wo er jetzt steht“, verdeutlicht Falkner den Wert des Projekts für die ansässige Bevölkerung. „Wenn wir konkurrenzfähig bleiben wollen, dann steht dieser Verbund für neue Perspektiven in der gesamten Region!“

Das Kühtai steht gemeinsam hinter der neuen Verbindung. Davon ist auch Landtagsabgeordneter Mario Gerber, selbst Hotelier im Kühtai, überzeugt: „Wir möchten den Lebens- und Wirtschaftsraum mit dieser nachhaltigen Investition langfristig absichern. Wir stehen hinter dem Projekt, weil wir glauben, dass es für die beteiligten Regionen langfristig eine Stärkung des Wirtschaftsstandorts bedeutet, von der die hier lebenden Menschen direkt profitieren. Dass für uns die Schonung der Ressourcen genauso wichtig ist wie für all jene, die dies lautstark betonen, versteht sich von selbst.“ Das Kühtai stehe hinter dem Projekt, so Gerber, weil man vom langfristig positiven Effekt überzeugt sei – das ganze Tal bis nach Kematen profitiert. Zuletzt hatten sich alle 37 Kühtaier Wirtschaftstreibenden in einer gemeinsamen Erklärung einstimmig für einen Zusammenschluss ausgesprochen.