2 | 2026 45 TECHNOLOGISCHE INNOVATION ALS STÄNDIGE BEGLEITERIN Markant für die Seilbahnen ist dabei, dass technologische Innovation stets eine treibende Begleiterin war und damit untrennbar mit der immer größeren Bedeutung des Tourismus verbunden ist. Kuppelbare Sessellifte und Kabinenbahnen nach dem Einseilumlaufprinzip steigerten nicht nur den Komfort, sondern auch das Potenzial der Skigebiete. Neue High-Tech-Anlagen mit Wetterschutzhauben, vollautomatisierten Steuerungen und beheizten Sitzen folgten ebenso wie kapazitätsstarke 8er- und 10er-Kabinenbahnen und spektakuläre 3S-Bahnen. Alle vereint dabei die inzwischen umfassende Versorgung mit erneuerbarer Energie und hohe Effizienz im Betrieb. Heute sorgen österreichweit 2.526 Anlagen für jährlich über 50 Millionen Skier Days, wodurch Österreich mit USA und Frankreich zu den weltgrößten Anbietern von Skierlebnissen zählt. „Ohne die technischen Höchstleistungen im Seilbahnbau wäre die Entwicklung des Tourismus zu einem der wichtigsten regionalen Wertschöpfungsmotoren undenkbar gewesen. Grund genug, diesen 100er gebührend zu feiern und positiv und zuversichtlich in die Zukunft zu blicken“, so Franz Hörl, Obmann des Fachverbandes der österreichischen Seilbahnen. ÜBER 100 JAHRE SEILBAHNEN Gemeinsam mit den sechs Jubilaren, die zwischen 2026 und 2028 ihr hundertjähriges Bestehen feiern – der Rax-Seilbahn, der Tiroler Zugspitzbahn, der Pfänderbahn, der Feuerkogelbahn, der Schmittenhöhebahn und der Gerlitzen – initiiert der Fachverband der österreichischen Seilbahnen in der Wirtschaftskammer eine bundesweite Dachkampagne. Damit präsentiert sich eine der erfolgreichsten Branchen des Landes: Seilbahnen sind mit einer Wertschöpfung von 6,7 Milliarden Euro stabile Wirtschaftsfaktoren in den heimischen Regionen. Zudem sind die Seilbahnbetriebe auch ein Motor für den Arbeitsmarkt: 17.000 Arbeitsplätze schaffen die Betriebe direkt, weitere knapp 128.000 Arbeitsplätze werden in anderen Branchen gesichert. 100jahreseilbahnen.at FRANZ HÖRL IM INTERVIEW MIT SBT Im Interview mit sbt betont Fachverbandsobmann Franz Hörl die Bedeutung der Seilbahnen für die Entwicklung vieler ländlicher Regionen Österreichs. Deren Wirkung geht dabei weit über das reine Pistenvergnügen hinaus, das Motto lautet „Verantwortung für die Menschen und für Lebensqualität“. Herr Hörl, was verbinden Sie persönlich mit dem 100-jährigen Jubiläum der österreichischen Seilbahnen? Seilbahnen haben sich zu einem verlässlichen und krisenfesten Wertschöpfungsmotor entwickelt. Sie sichern Einnahmen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten und stabilisieren ganze Regionen. Damit leisten sie einen zentralen Beitrag zur Standortpolitik – insbesondere in alpinen Räumen, die ohne diese Infrastruktur deutlich geringere Entwicklungschancen hätten. Die Wirkung der Seilbahnen reicht weit über den eigenen Betrieb hinaus. Tourismus, Gastronomie, Hotellerie, Handwerk und Dienstleistung profitieren unmittelbar von ihrer Existenz. In vielen Regionen ziehen Seilbahnen wirtschaftliche Aktivität nach sich, die andernfalls kaum entstehen würde – sie sind damit ein echter Multiplikator für regionale Entwicklung. Warum sind Seilbahnen so viel mehr als reine Beförderungsmittel? Genau darum geht es. Seilbahnen sind weit mehr als touristische Anlagen – sie sind wirtschaftliche Lebensadern vieler Regionen. Sie schaffen Arbeitsplätze, sichern Wertschöpfung vor Ort und machen abgelege- Erfolgsgeschichten „Unsere Betriebe prägen den alpinen Lebens- und Kulturraum!“ NR Franz Hörl, Fachverbandsobmann der Österreichischen Seilbahnen Foto: Gorfer
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