2 | 2026 87 Euro wird die Landeshauptstadt mit dem Hochplateau von Jenesien in etwas mehr als sechs Minuten verbinden. Zwei Kabinen mit je 45 Plätzen verkehren im 10-Minuten-Takt bei einer Geschwindigkeit von bis zu zwölf Metern pro Sekunde. Die Förderleistung liegt – je nach Betriebsweise – zwischen 270 und 350 Personen pro Stunde. Durch eine leichte Anpassung der Trasse im oberen Abschnitt kann auf die ursprünglich geplante Mittelstation verzichtet werden. Zudem wird die Talstation um rund vier Meter in Richtung Straße verschoben. DANK DIRECTDRIVE: ENERGIEEFFIZIENZ UND GERÄUSCHARMUT ALS WESENTLICHE PROJEKTMERKMALE Technisch setzt das Projekt einen Meilenstein: Erstmals weltweit wird eine Pendelbahn mit Direktantrieb ausgestattet. Der aus kuppelbaren Anlagen und Standseilbahnen bekannte Antrieb wird als Brückenantrieb umgesetzt – vollständig ohne Getriebe, was die Systemverfügbarkeit erhöht. Zusätzlich wird der Verschleiß und Wartungsaufwand reduziert und ein energieeffizienter Betrieb ermöglicht. Durch den Einsatz des DirectDrive wird der Energieverbrauch markant reduziert. Vor allem aber sinken die Schallemissionen deutlich, da getriebebedingte Geräusche entfallen. Ergänzend wird der Antriebsraum mit schallabsorbierenden Paneelen ausgeführt, um die Emissionen weiter zu minimieren – ein zentraler Aspekt im sensiblen Umfeld angrenzender Wohngebiete. Für hohe Betriebssicherheit sorgt dabei ein integriertes Bergesystem. Im Fall eines Ausfalls des Hauptantriebs stehen zwei voneinander unabhängige Notantriebssysteme zur Verfügung. Dieses redundante Konzept gewährleistet eine sichere Evakuierung der Fahrgäste. Auch bei den Kabinen setzt das Projekt neue Akzente. Geplant sind Panoramakabinen mit über 80 Prozent Verglasungsanteil in neuem Design. Eine programmierbare Verdunkelung mittels Polarisierung ermöglicht es, die Transparenz der Verglasung situativ anzupassen: Beim Überfahren von Wohngebieten wird die Verglasung automatisch undurchsichtig geschaltet, um Einblicke in private Bereiche zu verhindern. Nach dem Überflug wird sie wieder transparent. Die Kabinen sind modular ausgelegt und können je nach Bedarf vom reinen Personentransport auf kombinierte Nutzung – etwa mit Fahrrädern – angepasst werden. Auch das Laufwerk folgt einem innovativen Ansatz: Die Hauptkomponenten werden aus dem Vollen gefräst, wodurch sicherheitsrelevante Schweißnähte vermieden werden. Erstmals bei einer Pendelbahn kommen zudem Laufwerkrollen mit integriertem Generator zum Einsatz. Der Rollengenerator schafft eine zusätzliche, dezentrale Energiequelle und unterstützt somit die Stromversorgung der Kabine. Mit der neuen Pendelbahn entsteht eine leistungsfähige, technisch richtungsweisende Verbindung zwischen Bozen und Jenesien. Nach Ausarbeitung des Ausführungsprojekts ist der Baubeginn in der zweiten Jahreshälfte geplant, die Inbetriebnahme soll 2027 erfolgen. PR leitner.com Fotos: Leitner (4) mit DirectDrive-Antrieb Bozen und Jenesien Die Panoramakabinen mit 80 Prozent Verglasungsanteil sind mit einer Verdunkelungseinheit mit Polarisierung ausgestattet. Der LEITNER Direct Drive zeichnet sich durch Geräuscharmut sowie reduziertem Verschleiß und verringertem Wartungsaufwand aus.
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