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SolSarine-Pilotanlage nimmt Testbetrieb auf

Inbetriebnahme Pilotanlage Solsarine Lorenz Furrer – Co-Initiant SolSarine, Ulrich Nyffeneger – Vorsteher Amt für Energie und Umwelt, Raymond von Goumoëns – Präsident Schneit-Catherine-Stiftung, Dan A. Oechslin – CEO Green Energy Venture, Thomas Schläppi - Parwengenberg-Korporation, Regierungsrat Christoph Ammann, Nationalrat Jürg Grossen, Nationalrat Erich von Siebenthal, Ueli Thoenen - Bergvogt Alpgenossenschaft Hornberg , Toni von Grünigen – Gemeindepräsident Saanen, Toni Kübli Vorstand Alpgenossenschaft Hornberg , Matthias In-Albon – Co-Initiant SolSarine). © SolSarine/Reto Hammer

Aufbau Pilotanlage SolSarine auf dem Hornberg. © SolSarine/Reto Hammer

Die offen Zugängliche Pilotanlage steht direkt beim Hotel Hornberg. © SolSarine/Reto Hammer

Die Pilotanlage besteht aus zwei Tellern und soll Daten für das geplante Solarprojekt SolSarine liefern. © SolSarine/Reto Hammer

Regierungsrat Christoph Ammann bei der Einweihung der Pilotanlage. © SolSarine/Reto Hammer

Nationalrat und GLP-Präsident Jürg Grossen bei der Einweihung der Pilotanlage. © SolSarine/Reto Hammer

Die meisten Daten der Umweltverträglichkeitsprüfung sind beisammen

Auf dem Hornberg in Saanenmöser wird die Pilotanlage von SolSarine in Betrieb genommen. Es ist die erste solche Pilotanlage im Kanton Bern. Sie soll Daten für das geplante Solarpanel-Projekt SolSarine liefern und der Bevölkerung die alpine Solartechnologie näherbringen. Bis 2030 sollen alle Anlagen von SolSarine in Betrieb sein und auf einer Gesamtfläche von rund 100 Hektaren jährlich zirka 150 Gigawattstunden Solarstrom produzieren.

Am 31. August 2023 wird auf dem Hornberg in Saanenmöser die Pilotanlage von SolSarine in Betrieb genommen. Sie soll in den nächsten zwei Jahren Daten für das geplante alpine Solarpanel-Projekt SolSarine liefern und damit die Erkenntnisse aus den Umweltverträglichkeits- und Ingenieurprüfungen ergänzen. Die offen zugängliche Pilotanlage unmittelbar beim Berghotel Hornberg will aber auch die alpine Solartechnologie der Bevölkerung näherbringen und aufzeigen, wie die Konstruktion gebaut ist und wie sie Energie produziert. Auf Einladung von SolSarine AG treffen sich Vertreterinnen und Vertreter von Politik, Umweltschutzorganisationen, Ämtern, Landbesitzern und Initianten zur Inbetriebnahme der ersten alpinen Solaranlage im Kanton Bern.

Das Ziel des Zubaus von alpinen Solarpanel-Anlagen ist es, die Winterlücke im Strommarkt teilweise zu schließen. Alpine Solaranlagen haben im Vergleich zu konventionellen PV-Anlagen den Vorteil, den im Winter fehlenden Strom zu liefern. Diese Technologie soll die Abdeckung des Energiebedarfs für die nächsten Generationen nachhaltig sicherstellen. Solaranlagen sind aber auch ein Mehrwert für die Bergregionen; sie tragen wesentlich zur Versorgungssicherheit bei und liefern den jeweiligen Landbesitzern zusätzliche Erträge. Die beim Berghotel Hornberg in Betrieb genommene Pilotanlage von SolSarine soll nun über zwei Jahre entsprechende Daten (z. B. produzierte Strommenge, Sonneneinstrahlung, Schneeablagerungen) und damit Inputs liefern für die finale Ausführung der SolSarine-Anlagen.

Derzeit werden von den Ingenieuren die letzten Daten zusammengetragen für die Umweltverträglichkeitsprüfung. Diese ist entscheidend für die Einreichung des Baurechtsgesuchs. Die Erkenntnisse aus diesem komplexen, vielfältigen Ökosystem sind sehr hilf- und lehrreich. Sie lassen indes auch die Zuversicht wachsen, dass ein alpines Solarprojekt sowohl einvernehmlich mit diesem Ökosystem ist wie auch mit den Herausforderungen an die Energiewende. Das Projekt SolSarine sieht bis 2030 an mehreren Standorten im Saanenland fix installierte alpine Photovoltaik-Grossanlagen vor, die einheimischen Solarstrom produzieren. Mit SolSarine sollen nicht nur die Ressourcen der Region genutzt, sondern gleichzeitig auch die Unabhängigkeit und Sicherheit der Energieversorgung des Saanenlands im Winter gestärkt werden. Und letztlich soll auch die Verträglichkeit mit Natur und Landschaft sichergestellt werden. Die Pilotanlage ist ein voll funktionsfähiges Modell der geplanten SolSarine-Anlagen und die erste netzgekoppelte und behördlich zugelassene Anlage für den Einsatz im Kanton Bern. SolSarine soll im Endausbau mit mehreren Standorten eine Gesamtfläche von rund 100 Hektaren erreichen, die jährlich zirka 150 Gigawattstunden Solarstrom produzieren. Die Anlagen sind so konzipiert, dass die Alpwirtschaft weiterhin möglich ist und die Biodiversität erhalten bleibt. Geplant ist, bis im Sommer 2025 die Produktion aufzunehmen und mindestens zehn Prozent der gesamten Leistung ans Netz zu bringen. Bis 2030 sollen alle Anlagen vollständig in Betrieb genommen werden.

Die Teilnehmenden sind sich einig: Die Förderung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen eröffnet die Möglichkeit, Energie- und Klimaschutzziele mit den Anliegen des Naturschutzes in Einklang zu bringen. Aufgrund der konsequenten Einbettung der Anlagen in bestehende und gut zugängliche Infrastrukturen stellen sich gewisse Schutzorganisationen nicht gegen die Anlagen, aber begleiten das Projekt kritisch.

Dan Oechslin (CEO Green Energy Venture):
Das Projekt SolSarine hat Pioniercharakter, ist ein „Piece of the Puzzle“ unserer zukünftigen, dezentralen und hybriden Energieversorgung mittels erneuerbarer Technologien in der Schweiz. Es steht für die saubere Erzeugung von Winterstrom aus natürlichen Ressourcen und soll vollständig rückbaubar sein, als Brücke zwischen heutigen und zukünftigen ökologischen Energieprojekten in der Schweiz.

Matthias In-Albon (Co-Initiant SolSarine):
Wir leben von der Wasserkraft unserer Grossväter und von der Atomkraft unserer Väter. Nun ist es an uns, für die nächste Generation zu sorgen. Klimapolitik geht nur Hand in Hand mit der Energiepolitik: Mit dem Ziel des Bundes, bis 2050 komplett auf erneuerbare Energien umzuschalten, können wir mit SolSarine unseren Beitrag leisten, indem regional CO2-neutraler Strom produziert wird und die Versorgungssicherheit wächst und die Abhängigkeit vom Ausland abnimmt.

TECHNISCHE DATEN

Betriebsdauer der Pilotanlage: September 2023 – August 2025
Eingesetzte Solarmodule: AE Solar
Modulgrössen:
Tisch 1: 13 Module à 2.17 m2 (Leistung je 450 Watt), Gesamtfläche 28.3 m2 Tisch 2: 11 Module à 2.58 m2 (Leistung je 550 Watt), Gesamtfläche 28.4 m2 Höhe Unterkante ab Boden: 2.7 m
Technologie:
Bifazial: erzeugt auch auf der Rückseite Strom (Nutzung der Reflektion des Lichts vom Boden)
PERC-Technologie: Erzeugt auch bei diffusen Lichtverhältnissen in den Morgen- und Abendstunden Strom
Verankerung im Boden: Schraubenfundamente (ohne Beton)
Gesamtleistung der Anlage: 11.9 kWp
Erwarteter Jahresstromertrag pro Kilowatt-Peak: 1'470 kWh (ca. 35% höherer Ertrag als im Mittelland)
Erwarteter Winterstromertrag pro Kilowatt-Peak: 620 kWh (ca. 100% höherer Ertrag als im Mittelland)
Datenerhebung:
Strom: produzierte Strommenge mit hoher zeitlicher Auflösung Wetter: Windgeschwindigkeit und -richtung, Umgebungstemperatur, Feuchtigkeit, Sonneneinstrahlung, Albedo (Reflektion des Sonnenlichts vom Boden)

www.solsarine.ch