6 | 2023 sbt SONDERTEIL 109 Fachmagazin sbt unter der Leitung von Theresa Hönigsberger zu den 32 Jahren. Grossen Dank aber auch den Sponsoren, Medien und Fotografen. Der Tourismus im Alpenraum nähert sich insbesondere dank Ihnen, geschätzte Preisträgerinnen und Preisträger, immer mehr zum Ganzjahres-Tourismus. Damit sichern wir noch mehr Ganzjahres-Stellen. Ganzjahres-Tourismus in den Alpen trägt auch dazu bei, dass Europagäste weniger fliegen. Das ist Nachhaltigkeit schlechthin. Nur bewohnte Bergtäler werden gehegt und gepflegt. Nun noch ein paar politische Gedanken. Berge prägen uns Bergler. Wir Bergler sind nicht schneeblind und behalten kühlen Kopf, nicht nur weil es im Sommer bei uns kühler ist. Wir nehmen die Klima-Entwicklung mindestens so ernst, wie die Zentren. Wir brauchen aber keine Befehle aus den Städten und Agglomerationen. Gerade deshalb ist es sehr wichtig, dass wir vom Tourismus, wir Bergler, auch in der Politik uns engagieren, aktiv sind, in der Gemeinde, im Bezirk, Kanton oder sogar National. Wir reden nicht nur, wir sind auch Macher. In der Politik sind Macher dringend nötig. Es geht um Beschleunigen der Verfahren. Beschleunigen erfordert aber insbesondere Entrümpelung. Reden wir Klartext: Die Verfahren bei Bauvorhaben dauern viel zu lange. Es kann ja bald jeder und jede Einsprache machen. Besonders schlimm ist das Verbandsbeschwerderecht. Die Umweltorganisationen missbrauchen dieses zunehmend, oft sogar aus reinem Populismus. Die USO tummeln sich auf dem Buckel der Bergbevölkerung herum. Das ist schlimm. Es wird diesen Organisationen viel zu einfach gemacht. Einsprachen sind heute ja gratis und franco zu machen. Es kommt zu Verzögerungen und Schickanierereien, über Jahre und Jahrzehnte. Bei diesen Leuten fehlt es an gesundem Menschenverstand . Eigentlich verrückt. Wer kommt für die Kosten auf? Wer kommt für die Wertschöpfungsverluste von vielen Jahren auf? Sicher nicht die Grünen Phantasten. Ich meine, dass hier ein Riegel geschoben werden muss. Für die Verfahrenskosten sind Vorauszahlungen zu leisten inklusive hochgerechnete Wertschöpfungsverluste. Noch besser aber: Abschaffung des Verbandsbeschwerderechtes. Die Wirtschaftsverbände haben ja auch kein Verbandsbeschwerderecht. Engagieren wir uns also auch in der Politik. Also auch hier nicht nur reden, Machen. Es geht um die Neuausrichtung unter anderem in der Raumplanung, Energiestrategie, im Umweltschutz usw. Nehmen wir die Wasserkraft, die Solaranlagen und das Stromnetz. Alle wissen, dass auch bei uns nichts geht ohne Strom. Es geht um die Versorgungssicherheit und Preisstabilität. Wir wären im Alpenraum viel weiter, hätte man die Bergregionen machen lassen beim Weiterausbau der Wasserkraft, bei Solaranlagen und Stromnetz. Beispiele gibt es genug. Das Verbandsbeschwerderecht ist im Nachhinein gesehen ein kapitaler Fehler und Gift für unsere Demokratie. Die USO missbrauchen die Zentren und hetzen diese gegen die Bergregionen auf. Zum Schluss noch zwei Beispiele: Schneemachen. Die Cipra-Fantasten wollten dies Ende 80er/Anfangs 90er Jahre verbieten! Der ganze Alpenraum wäre ohne Schneeanlagen verarmt. Diese Fantasten hätten lieber gesehen, wenn wir uns von Almosen, Alpenrosenstauden und Heidelbeeren ernähren müssten. Fakt ist aber: Schnee ist unser Brot! Die Alpenschutzkonvention vom 7.11.1991 war der Anfang der Bevormundung der Bergbevölkerung. Sie war schlussendlich eine Irreführung der Zentren. Auch Berggebiete wollen sich entwickeln und weiterentwickeln wie die Industrie und das Gewerbe in den Zentren. Auch wir Bergler sind doch mündige Bürgerinnen und Bürger. Ein zweites Beispiel: Im Skigebiet Savognin hatten wir bereits in 1989 eine Solaranlage geplant, zusammen mit dem Elektrizitätswerk Zürich, mit der Gemeinde Parsonz und der Alpkorporation Val Nandro. Es wäre die damals grösste Solaranlage Europas geworden, direkt an unserer eigenen Stromleitung im Skigebiet. Die USO verhinderten das Projekt. Eigentlich müssten diese Fantasten auch hier in die Verantwortung gezogen werden. Wir setzen im Tourismus auf Regionalität. In der Politik müssen wir auch wieder zurück in die Regionalität, weg von der Zentralisierung und der Bevormundung durch die Zentren und Umwelfantasten. Berge stehen uns nicht im Weg, sie weisen uns den Weg. Wir Bergler machen das Beste daraus, für unsere einheimische Bevölkerung, für unsere Gäste und unsere Mitarbeitenden. All das macht uns selbstbewusst und eröffnet für uns alle neue Horizonte. Der Tourismus darf nicht stehen bleiben, genau so wie es Landwirtschaft, Handel, Gewerbe und Industrie auch nicht tun. Auch wir wollen uns weiter entwickeln und die Technik zur Hilfe zu nehmen. Wir wissen von was wir leben. Sehr vieles ist immer im Wandel. Fokussieren wir uns also mit Leidenschaft auf die Zukunft für unsere Bergtäler. Fördern wir also weiter gezielt und breit das Tourismusverständnis und Tourismusbewusstsein, auch in den Agglomerationen und Städten. Wir sind dafür auch den Medien sehr dankbar. Denn alleine schaffen wir es nicht. Ich wünsche Ihnen beste Gesundheit, eine erfolgreiche Wintersaison mit möglichst sicheren und guten Rahmenbedingungen. So hoffen wir nun auf baldigen «Buchungs-Schnee». BESCHNEIUNG Ehrenpräsident des Internationalen Skiareatest Leo Jeker (re.) gratulierte CEO Theo Schnider zum Special Award „Ehrenpreis Lebenswerk“ und seinem Team der Bergbahnen Sörenberg.
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