s&bt Magazin Ausgabe 12 | 23

24 sbt 6 | 2023 erfolgt eine multimodale Verknüpfung und Integration der Verkehrsträger Matterhorn Gotthard Bahn, Postauto Oberwallis sowie der neu errichteten Zehner Gondelbahn Fiesch – Fiescheralp, welche mit 7 m/sec zurzeit die schnellste Kabinenbahn der Schweiz ist (gleiche Geschwindigkeit wie die Fleckalmbahn in Kirchberg i. Tirol) und auf die autofreie Fiescheralp führt. Vorausschauend wurden 2020 auch ein zusätzliches Grundstück käuflich erworben, um im Hubbereich mehr Parkfläche zu realisieren, so dass man für die steigende Nachfrage gerüstet ist. Am öV Hub Fiesch ist schon eine zweite Bauetappe geplant, welche die Errichtung einer Zehner Kabinenbahn nach Bellwald vorsieht und somit eine Verbindung der Skigebiete der Aletsch Arena mit jenen von Bellwald herstellt. Dieses Bahnprojekt, bei welchem der Lead bei der Gemeinde Bellwald ist, erfüllt die öffentliche Verkehrsfunktion, auf dessen Grundlage das Bundesamt für Verkehr grünes Licht für die Gewährung von Geldern aus dem Bahninfrastrukturfonds freigeben kann und damit die Voraussetzung zur Realisierung dieses Projektes geschaffen ist. Die Schmelze des Permafrosts macht für die Wintersaison 2024/25 die Verkürzung des Sechser Sessellifts Talegga auf der Fiescheralp ebenso wie die Verlegung der Bergstation außerhalb des Blockgletschers auf stabile Gründung erforderlich, was beispielhaft die verantwortungsvolle und vorausschauende Planung von Valentin König und den Mitgliedern des Verwaltungsrates belegt. Mit dem Projekt Eggishorn 2025 verwirklichen die Aletsch Bahnen ein Leuchtturmprojekt mit echtem Mehrwert für die Gäste. Nach Errichtung 2019 des Gemeinschaftsprojektes öV Hub Fiesch samt Seilbahn Fiesch – Fiescheralp wird 2025 mit der Eggishorn Bahn die nächste strategische Etappe umgesetzt: Die Seilbahn von der Fiescheralp auf das Eggishorn wird durch eine komplett neue, moderne Anlage ersetzt. In der Bergstation wird ein gänzlich neues Restaurant, architektonisch inspiriert vom Aletschgletscher, mit Raum für Gletscherinszenierung errichtet. Das neue Projekt wird nach dem letzten Stand der Technik mit Innovationen insbesondere auf dem Gebiet der geotechnischen Fundationen und der Seilbahntechnik zur Erhöhung der Bahnverfügbarkeit konstruiert. Mit dem einzigartigen Ausblick vom neuen Bergrestaurant auf den mächtigen Aletschgletscher und die Schweizer Vorzeigeberge Eiger, Jungfrau, Mönch und Matterhorn ist eine kraftvolle Belebung der Frühjahrs-, Sommer- und Herbstsaison zu erwarten. Die von Verwaltungsrat und CEO verabschiedeten Geschäftsfeldstrategien sind voll gepackt mit spannenden Projekten wie unter anderem des Umbaus und Modernisierung der Sesselbahn Fiesch auf der Fiescheralp, der weiteren Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Schneeanlage, Ergänzung des bestehenden und Errichtung neuer Snowparks und einer Family Funslope zur Optimierung des Winterangebotes. Zur Stärkung der Frühlings-, Sommer- und Herbstattraktivität haben die Aletsch Bahnen mit der Eröffnung des neu errichteten Geologiesteges bei der Bergstation Moosfluh zur Sensibilisierung der Gäste auf die durch den Klimawandel hervorgerufenen geologischen Veränderungen oder der Errichtung des naturnah unter vollständigem Verzicht auf Baumaschinen mit Verbrennungsmotor errichteten Flowtrail Wurzenbord auf der Bettmeralp. Kreative Tarifangebote wie „Schgi fer fri“, kostenloses Skifahren für Kinder und Jugendliche bis 20 Jahren an Samstagen, um die Jungen zum Skisport zu bringen oder das im Winter 2019/20 neu eingeführte Ticketsystem Dynamic Pricing zielt auf mehr Pricing Flexibilität, Glättung der Nachfrage, mehr Online- und weniger Offline-Pricing und insgesamt auf Ertragssteigerungen ab, alles Maßnahmen, die nachhaltig die Ertragskraft der Aletsch Bahnen stärken sollen. Darüber und über andere spannende Fragen wird Valentin König im nachfolgenden Interview der interessierten Leserschaft Auskunft geben. Herr Valentin König, Sie sind nun 15 Jahre in Spitzenpositionen der Seilbahnbranche tätig. Können Sie uns über zwei oder drei besonders bemerkenswerte Erfahrungen, die Sie im Laufe Ihrer bisherigen Seilbahnkarriere gemacht haben, berichten? In meiner langjährigen Tätigkeit in der Seilbahnbranche durfte ich viele bemerkenswerte Erfahrungen sammeln. Eine davon war sicherlich die erfolgreiche Fusion der Bettmeralp Bahnen AG, der Riederalp Bahnen AG und der Luftseilbahn Fiesch-Eggishorn zur heutigen Aletsch Bahnen AG. Diese strategische Entscheidung trägt relevant zur Stärkung der Aletsch Arena als touristisches Ziel bei. Weiter wichtige Meilensteine waren der Bau der Kombi-Gletscherbahn auf die Moosfluh, die Eröffnung des öV-Hubs in Fiesch und die Einführung des dynamischen Pricing der Skipässe. Bemerkenswert in der Bergbahn-Branche finde ich den unkomplizierten Austausch. Wir können von einander lernen und gemeinsam Lösungen für Herausforderungen finden, die unsere Branche betreffen, sei es im Hinblick auf nachhaltigen Tourismus oder auf technologische Entwicklungen. Auch den persönlichen Austausch zwischen Branchenkollegen im In- und Ausland schätze ich sehr. Inzwischen sind daraus auch einige Freundschaften entstanden. Herr Valentin König, die weitere Belebung der Frühlings-, Sommer- und Herbstsaison stellt für die Aletsch Bahnen einen strategischen Schwerpunkt dar? Können Sie uns Einblick gewähren, welche diesbezüglichen Entwicklungsstrategien für die Zukunft bei den Aletsch Bahnen im Fokus stehen? Die Stärkung des Geschäftsfeldes Frühling / Sommer / Herbst ist ein zentrales Anliegen für die Aletsch Bahnen. Wir haben erkannt, dass unsere Region auch außerhalb des Winters ein enormes Potenzial für den Tourismus bietet. Wir wollen die Aussichtspunkte mit Blick auf den Großen Aletschgletscher attraktiv gestalten und mithelfen, die Wander- und Bike-Angebote weiterentwickeln, um das ganze Jahr über Besucher anzuziehen. Unsere jüngsten Investitionen in den Geologiesteg und den Flowtrail sind Beispiele für unsere Bemühungen, die Vielfalt unserer Angebote zu erweitern. Die Frühlingsfahrten auf einen unserer Aussichtspunkte werden stetig beliebter, vor allem bei den Gästen aus Europa und den Fernmärkten. Den großen „Wurf“ im Geschäftsfeld Frühling / Sommer/ Herbst wollen wir mit der Realisation „Eggishorn 2025“ erzielen. So soll bis im Dezember 2025 die derzeitige Pendelbahn auf den einzigartigen Aussichtspunkt Eggishorn ersetzt werden. Gleichzeitig soll auf dem Eggishorn ein neues, INTERVIEW

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